
Deutsche Bischöfe: Plenum zu Papstrücktritt und "Pille danach"
Eine Woche nach der Rücktritts-Ankündigung des Papstes treffen sich die deutschen Bischöfe am Montag zu ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Trier. Bei der turnusmäßigen Sitzung dürfte auch der Amtsverzicht von Benedikt XVI. zur Sprache kommen, so die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA am Freitag in Bonn. Der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gehören vier Kardinäle an; Mitte März werden sie ins Konklave einziehen und gemeinsam mit 113 weiteren Kardinälen einen neuen Papst wählen.
Unter Leitung des Vorsitzenden Erzbischof Robert Zollitsch nehmen 66 Mitglieder der DBK an der Trierer Tagung teil. Dort steht unter anderem das Thema "Pille danach" auf der offiziellen Tagesordnung. Nach der Abweisung einer vergewaltigten Frau durch zwei katholischer Kliniken in Köln hatte Kardinal Joachim Meisner Ende Jänner eine neue Position zur "Pille danach" verkündet, die er zuvor mit dem Vatikan abgestimmt hatte. Demzufolge sind nach einer Vergewaltigung Präparate ethisch vertretbar, mit denen die Verhinderung einer Befruchtung beabsichtigt wird. Die DBK strebt in dieser Frage eine einheitliche Linie an.
Schwerpunkt der viertägigen Konferenz ist ein Studientag zum Thema Frauen. Er steht unter dem Titel "Das Zusammenwirken von Männern und Frauen im Leben und Dienst der Kirche". In Trier geht es auch um die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch Priester. Nach dem Stopp der Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer suchen die Bischöfe einen neuen Projektpartner.
Weitere Themen sind der Armuts- und Reichtumsbericht der deutschen Bundesregierung, eine Bibelübersetzung sowie die Caritas-Arbeit. Außerdem stellt die Bischofskonferenz Inhalte des neuen, auch in Österreich ab 1. Dezember 2013 verwendeten Gebets- und Liederbuchs "Gotteslob" vor und berät über den Eucharistischen Kongress, der für Juni in Köln geplant ist.
Parallel zur Versammlung der Bischöfe hat ein kirchenkritisches Bündnis Protestaktionen angekündigt.
Dankgottesdienst am 28. Februar in Berlin
Die DBK hält am 28. Februar in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale einen bundesweiten Dankgottesdienst für den scheidenden Papst ab. Der Gottesdienst beginnt um 18 Uhr in der Kathedrale Sankt Hedwig, wie die DBK am Freitag in Bonn mitteilte. Dazu werden der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset. DBK-Vorsitzender Zollitsch und der Berliner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki erwartet. Zollitsch wird die DBK auch bei der letzten Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. am 27. Februar vertreten.