
Theologische Kurse beleuchten Papst-Rücktritt
Der Wechsel auf dem Petrusstuhl schlägt sich auch im Programm der Theologischen Kurse nieder: Das Programm im März sieht für theologisch Interessierte sowohl einen "Ökumenischen Studiennachmittag" über Amt und Leitung in den christlichen Kirchen (1. März) sowie die Beschäftigung mit zwei thematisch passenden Spielfilmen vor: der Klassiker "In den Schuhen des Fischers" von Michael Anderson wird am 15. März mit anschließender Diskussion gezeigt, Nanni Morettis Konklave-Film "Habemus Papam" steht am 22. März im Mittelpunkt. Schauplatz ist jeweils das Curhaus am Wiener Stephansplatz 3.
"Höchste Brisanz" verspricht die Leitung der Theologischen Kurse in ihrer Ankündigung des Studiennachmittages am Freitag, 1. März, um 15.30 Uhr: "Wer verwaltet das Haus Gottes?" heißt die Leitfrage über die Gestaltung von Leitung in den Kirchen, der sich drei Theologinnen stellen: die in Regensburg lehrende katholische Kirchenrechtlerin Sabine Demel, die lutherische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner und die in Wien lehrende russisch-orthodoxe Ordensfrau Vassa Barbara Larin. Neue Perspektiven, insbesondere auch auf das gesamtkirchliche Leitungsamt des Papstes, seien zu erwarten - "nicht nur, weil es bisher wohl kaum Veranstaltungen zu dieser Thematik gab, die ausschließlich von weiblichen Referentinnen bestritten wurden".
Der katholische Journalist ("Die Furche") und Filmexperte Otto Friedrich gestaltet zwei Nachmittage der Reihe "Film und Gespräch". Am Freitag, 15. März, geht es ab 15.30 Uhr um einen Spielfilm, der - 1968 entstanden, das Zweite Vatikanische Konzil "verarbeitet" habe und zugleich prophetisch wirkte. "In den Schuhen des Fischers" handelt von dem aus Osteuropa stammenden Kiril Lakota (Anthony Quinn), ehemalige Erzbischof von Lemberg, der das Papstamt in einer welthistorisch höchst brisanten Phase übernimmt.
Neueren Datums ist "Habemus Papam" von Nanni Moretti (2011), der eine Woche später gezeigt und besprochen wird. Der Streifen schildert die Geschehnisse bei einem Konklave, bei dem - wie es in der Aussendung heißt - "aufs falsche Pferd gesetzt" wurde. Es geht um einen neu gewählten Papst (Michel Piccoli), der sich dem Amt nicht gewachsen fühlt und sich aus dem Vatikan davonstiehlt.
Ab 23. April beleuchtet ein "Lektüreseminar" im Wochenrhythmus, wie Päpste, Synoden und Konzilien von der anspruchsvollen und auch trivialen Literatur aufgegriffen wurden. "Von Genies und Idioten" nennt die Germanistin Veronika Brandstätter die Reihe, in dem es um das schöpferisch-hochbegabte Genie auf der einen und einfache, am Rand lebende "idiotes" auf der anderen Seite geht.
Info zum Gesamtprogramm der Theologischen Kurse im Sommersemester: www.theologischekurse.at
Quelle: Kathpress