
"Hörender Kirche ein Zuhause bieten"
Orden wollen "ein anderes Gesicht der Kirche" sein und ein Zuhause für eine "hörende und helfende Kirche": Das hat Propst Maximilian Fürnsinn am Dienstag beim ersten Medienempfang der Orden in Wien erklärt. Hervorgehoben wurde der gesellschaftliche Beitrag, den Österreichs Orden mit ihren insgesamt rund 4.200 weiblichen und 2.000 männlichen Mitgliedern leisten: In "unaufdringlicher Präsenz" würden sie Begegnung, Gastfreundlichkeit und Gespräch ermöglichen und seien auch "Heimat von vielen, die sonst nicht so mit Kirche können", so der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der Männerorden über den Leitspruch der Orden "Freiraum für Gott und die Welt".
Als Leistungsbilanz der Orden verbuchte Fürnsinn, dass Ordenspriester "40 bis 50 Prozent der Pfarren" leiten, 20 Prozent aller Spitalsbetten in Ordensspitälern stehen und 50.000 Schüler in Ordensschulen gehen würden. Der Propst verwies auf die 17 Bildungshäuser, soziale und caritative Einrichtungen sowie Angebote für Erholung, Heilung, geistige Begleitung und auch für das "kulturelle Langzeitgedächtnis": Man wolle etwa durch die Architektur der Klöster nicht triumphalistisch auftreten, sondern "kulturelle Diakonie an der Identität unseres Landes" leisten. In der Praxis geschehe dies u.a., indem man Kunstschaffenden Raum gebe.
Frauenorden-Präsidentin Beatrix Mayrhofer erläuterte die Prinzipien Spiritualität, Internationalität und das Aufgabenfeld Bildung. "Die Sehnsucht der Menschen wächst, dass jemand für sie betet", stellte die Ordensschwester fest. Auf diese Weise, jedoch auch durch die Arbeit in den Ordensschulen wolle man die Gesellschaft mitgestalten - wobei es in letzteren darum gehe, "Schüler für den Einsatz ihrer Begabung zur menschenwürdigen Gestaltung der Welt zu befähigen", wie die langjährige Schuldirektorin erklärte.
Als ein Beispiel der Bildungshäuser präsentierte Georg Nuhsbaumer das von den Jesuiten gemeinsam mit der Caritas geführte Kardinal-König-Haus, zugleich Schauplatz des Medienempfangs. "Die Nachfrage nach geistlichen Angeboten, nach Stille und nach Unterstützung bei Lebensbaustellen steigt", so der Theologe, der im Haus den Bereich Gesellschaftsfragen leitet. Als weiteren Trend stellte er Kurse dar, die Betreuenden von Demenzkranken Handlungskompetenz vermitteln - "ihre Stärkung ist ein Beitrag, damit Euthanasie nicht akzeptabel wird", so Nuhsbaumer. Bei Trainings von Führungskräften spiele zudem zunehmend Spiritualität eine Rolle.
Quelle: Kathpress