
Faire Arbeitsbedingungen für Frauen
Die Aktion "Familienfasttag 2013" der Katholischen Frauenbewegung (kfb) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und -rechte ein. Unter dem Titel "Billig ist doch zu teuer. Faire Arbeitsbedingungen für alle" kämpft die kfb u.a. gegen die Ausbeutung junger Frauen, die im "Sumangali"-Konzept in Südindien zu Arbeitssklaven werden. Gemäß dem Motto "teilen macht stark" wird am Familienfasttag am Freitag, 22. Februar, vor dem zweiten Fastensonntag in den Pfarren und bei Suppenessen während der Fastenzeit für mehr als 100 Frauen-Projekte in Asien, Lateinamerika und Afrika gesammelt. Die kfb organisiert seit 1958 den Familienfasttag.
Schwerpunktmäßig unterstützt werden junge Frauen in Südindien, die sich in Baumwollspinnereien eine Mitgift erarbeiten wollen, doch unter sklavenähnlichen Umständen für nicht einmal fünf Cent am Tag schuften müssen. Das Monatsgehalt dieser Frauen beträgt 22 Euro. In der Kampagne unter dem zynischen Namen "Sumangali" ("glückliche Ehefrau") werben Baumwollfabrikanten gezielt junge Frauen an und versprechen ihnen ein Gehalt, das eine Mitgift als Schlüssel für ein besseres Leben ermöglichen soll.
In Wahrheit würden heranwachsende Frauen in Massenunterkünften untergebracht, müssen hygienisch unerträgliche Bedingungen erleiden, haben keine oder mangelhafte Gesundheitsvorsorge, selten Kontakt zur Außenwelt und erhalten in vielen Fällen nicht den versprochenen Pauschallohn, berichtet die kfb.
Gemeinsam mit der Partnerorganisation "Vaan Muhil" setzt sich die Katholische Frauenbewegung Österreichs für die Rechte der jungen Frauen in Südindien ein, wo systematische Diskriminierung und Repression gegen Frauen allgegenwärtig ist. Es werden Workshops mit Regierungsvertretern mit der Präsentation von Beispielfällen organisiert und die Opfer der "Sumangali"-Ausbeutung werden vor Gericht rechtlich vertreten. Langfristiges Ziel ist die Abschaffung des "Sumangali"-Konzeptes.
Einen weiteren Schwerpunkte des Familienfasttages bildet die Unterstützung für philippinische Arbeitsmigrantinnen und -migranten. Zum Geldverdienen werden sie gezwungen, ihre Familien und ihre Heimat zu verlassen. Ein arbeitsrechtlicher Schutz ist in vielen der Gastarbeiterländern kaum vorhanden, eine soziale Absicherung nicht gegeben. Die kfb-Partnerorganisation "Mindanoa Migrants" hilft zurückgelassenen Kindern und Jugendlichen und versucht, die Rechte und Lebensbedingungen von Arbeitsmigranten und deren Familien auf den Philippinen zu stärken.
Fastensuppe für gerechtere Welt
"Tausende ehrenamtlich engagierte Frauen setzen sich seit Jahrzehnten mit der Aktion Familienfasttag unter dem Motto 'teilen macht stark' für andere Frauen ein", so die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Barbara Haas. Sie erinnert daran, dass "die Idee, in Pfarren Suppen zu kochen, um einen Beitrag zu bitten", das Leben zahlreicher Frauen und deren Familien in den Projektländern des Südens nachhaltig verbessert habe. Ziel sei es, "die betroffenen Frauen zu stärken, zu ermächtigen, ihr Leben vor Ort selbstständig und selbstbestimmt zu gestalten", so Haas.
Sozialbischof Ludwig Schwarz bezeichnete die Aktion Familienfasttag als einen "wesentlichen Beitrag zu einer gerechteren, solidarischen und hoffnungsvollen Welt". Weltweit seien überwiegend Frauen von Armut betroffen, auch dann wenn sie einer Erwerbsarbeit nachgehen, betonte der Linzer Diözesanbischof. Der Familienfasttag im Kampf für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen unterstützt Frauenorganisationen, "die die Diskriminierung von Frauen nicht tatenlos hinnehmen", so Bischof Schwarz.
Quelle: Kathpress