
Ökumenischer und künstlerischer Fastenzeit-Beginn
Am Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit wird in den Kirchen das Aschenkreuz als Zeichen für Umkehr und Buße ausgeteilt. Verschiedene Angebote in Wiener Kirchen laden auch heuer dazu ein, diesem Tag - er fällt diesmal auf den 13. Februar - einen ökumenischen oder künstlerischen Schwerpunkt zu geben.
In der Wiener Ruprechtskirche ist es zur Tradition geworden, dass Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam in die vorösterliche Bußzeit starten. Der "ökumenische Aschermittwoch" ab 19 Uhr ist ein ökumenischer Wortgottesdienst, der von Jesuitenprovinzial P. Gernot Wisser, Rektor der Ruprechtskirche, sowie der neuen Rektorin des Evangelischen Predigerseminars, Johanna Uljas-Lutz, geleitet wird.
Das Thema der ökumenischen Feier, die besonders auch Familien mit Partnern und Kinder aus verschiedenen Konfessionen ansprechen soll, lautet "Recht brechen". Texte aus dem Buch Exodus und des Propheten Jesaja zeigen, dass Ungerechtigkeiten meist auf das Brechen von Gottes Recht zurückgehen. Gleichzeitig zeigt die Bibel wiederholt, wie menschliches Recht - etwa Befehle von Herrschern - um der Gerechtigkeit willen umgangen werden muss.
Die Wiener Hofburgkapelle ist bereits ab 17 Uhr Schauplatz des diesjährigen "Aschermittwochs der Künstler und Künstlerinnen", an dem Musiker und Schauspieler unter Verzicht ihres Honorars zugunsten der St. Anna Kinderkrebsforschung Darbietungen geben. Vertreten sind u.a. Mitglieder der Wiener Philharmoniker, der Wiener Sängerknaben und des Herrenchors der Wiener Staatsoper, der Organist Martin Haselböck sowie die Schauspieler Brigitte Karner, Peter Matic, Chris Pichler, Katharina Stemberger und Franz Robert Wagner, die Texte von Ingeborg Bachmann bis Robert Walser rezitieren werden.
Unter dem Motto "Die Spiegel sind blind geworden" machen die Veranstalter die Selbstverliebtheiten und beschränkten Horizonte des Menschen zum Thema. Durch das Zusammenbrechen von Illusionen und Wachstumswahn breche allerdings die Einsicht hervor, so die Ankündigung, "dass Egoismus, Selbstsucht und Habgier nicht zu Harmonie und Frieden führen: dem materiell gesinnten Menschen muss wieder der geistlich gesinnte Mensch gegenübergestellt werden." (Schriftliche Vorreservierung unter Fax: +43 / 1/53399 27 - 75 oder Email: office@hofburgkapelle.at)
Quelle: Kathpress