
Beratungen der Kardinäle haben begonnen
m Vatikan hat am Montagmorgen die erste Generalkongregation zur Vorbereitung des Konklaves begonnen. Auf Einladung von Kardinaldekan Angelo Sodano traten die in Rom eingetroffenen Kardinäle in der Synodenaula zusammen, um über den Zustand der Kirche zu beraten und die Planungen für die bevorstehende Papstwahl zu treffen.
Unter den Augen vieler Schaulustiger und Medienvertreter trafen die Kardinäle am Montagmorgen kurz nach 9 Uhr an der vatikanischen Audienzhalle ein. Die meisten Würdenträger ließen sich in Autos ihrer Priesterkollegien, in denen sie derzeit loggieren, oder in Fahrzeugen der Botschaften ihrer Länder chauffieren. Viele trafen aber auch zu Fuß am Eingang zum Vatikanstaat ein. Die Beratungen gehen bis zur Mittagszeit und sollen am späten Nachmittag nochmals fortgesetzt werden.
Vermutlich ab Mitte der Woche dürfte Kardinal Sodano über den Konklavebeginn abstimmen lassen. Die Wahl eines Nachfolgers für den am 28. Februar zurückgetretenen Benedikt XVI. muss zwischen dem 15. und 20. Tag nach Eintritt der Sedisvakanz beginnen. Die Kardinäle haben jedoch auch die Möglichkeit, sich auf eine Vorziehung des Konklavebeginns zu verständigen.
Wichtiger als organisatorische Details und Formalien werten die Kardinäle aber die inhaltliche Vorbereitung des Konklaves. Pannen und Probleme an der Kurienspitze, eine mögliche Kurienreform, die Vatileaks-Affäre, der geheimnisumwitterte Bericht der drei Kardinal-Kommissare über angebliche Abgründe an der Kurie dürften zur Sprache kommen, meldet Radio Vatikan. Der kolumbianische Kardinal Ruben Salazar Gomez gab in einem Interview zu verstehen, dass für die Kirche die zeitgemäße Glaubensverkündigung - die Neuevangelisierung - wichtiger sein sollte als "Vatileaks".