Ordensschwester in Madagaskar ermordet
Den Mord an einer französischen Ordensschwester in Madagaskar, der von gewaltsamen Proteste mit tödlichem Ausgang gefolgt wurde, berichtet die vatikanische Nachrichtenagentur "Fides". Bereits vergangenen Freitag sei die Ordensfrau Marie Emmanuel Helesbeux in Mandritsara im Nordosten der Insel ermordet worden, wird Pfarrer Luca Treglia, Leiter von Radio Don Bosco in Antananarivo, zitiert. Der Mord habe bei den christlichen Kirchen des Landes Entsetzen und Bestürzung hervorgerufen und am Dienstag zu Protestkundgebungen geführt. Bei diesen habe es einen Toten und bis zu neun Verletzte gegeben, so Treglia.
Die Ordensschwester sei laut Angaben des Geistlichen zunächst verprügelt und dann gefesselt worden. Drei geständige Männer seien inzwischen festgenommen worden; sie sollen der Ordensfrau Geld geschuldet haben.
Nachdem die Ermordung bekannt wurde, gingen erzürnte Menschen am Dienstag auf die Straße, um Selbstjustiz zu verüben, so Pfarrer Treglia weiter. Eine aufgebrachte Menschenmenge habe versucht in das Gefängnis einzudringen, in dem die drei mutmaßlichen Täter sitzen. Ein Mensch sei dabei getötet und bis zu neun weitere Personen verletzt worden, drei davon schwer.
Nach den Protesten habe sich die Wut der Menschen gegen die Sicherheitskräfte gewandt, die auf die Demonstranten - vorwiegend Jugendliche - geschossen haben, berichtet Treglia. Unklar sei bisher jedoch, ob die Ausschreitungen provoziert wurden; auch eine Instrumentalisierung der Wut nach dem Mord hält der Priester für vorstellbar. Die Behörden riefen die Menschen zur Ruhe auf.
Schwester Emmanuel Helesbeux vom Orden der "Soeurs de la Providence" (Schwestern der Vorsehung) war 82 Jahre alt und lebte seit 42 Jahren als Missionarin in Madagaskar. Die Ordensfrau sei für ihr karitatives Engagement bekannt und sehr beliebt gewesen, hieß es.