
"In der Sixtina wird nicht geschwätzt"
"Ein Konklave ist eine feierliche Angelegenheit, gar nicht vergleichbar etwa mit einer parlamentarischen Abstimmung." Kardinal Christoph Schönborn gibt in einem am Donnerstag im Magazin "News" erscheinenden Kommentar Einblicke in die Welt des Konklave. In der Sixtinischen Kapelle, in der die Wahl stattfindet, werde "nicht geschwätzt oder diskutiert, sondern gebetet und abgestimmt", so der Kardinal.
Gewählt wird zweimal pro Halbtag, wobei ein Wahlgang in allem etwa 75 Minuten dauert, so der Wiener Erzbischof. Schönborn erklärt in seinem Kommentar das Prozedere: Jeder Kardinal erhält einen Stimmzettel, auf den er "mit möglichst verstellter aber leserlicher Schrift" den Namen seines Kandidaten schreibt. Erhält kein Kandidat eine Zweidrittelmehrheit, werden die Stimmzettel am Ende eines Halbtages verbrannt. Wenn aber ein Kandidat die Mehrheit erreicht, wird der Betreffende feierlich gefragt, ob er die Wahl annimmt. Mit dem Wort "Accepto" ist er Papst. Wenige Minuten danach wird Kardinal Jean-Louis Tauran auf der Loggia des Petersplatzes der Welt verkünden: "Habemus Papam".
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Während der Wahlvorgänge werde "weder geschwätzt noch diskutiert", macht Schönborn klar. Natürlich gebe es aber Gespräche zwischen den 115 Purpurträgern. Diese würden aber beim gemeinsamen Mittagessen oder in Kleingruppen auf den Zimmern des 1996 als Konklavewohnheim errichteten Haus der Heiligen Martha stattfinden, so der Kardinal.
Das Konklavewohnheim sei ein angenehmer, aber sehr einfacher Aufenthaltsort. Die Einrichtung bestehe aus nicht mehr als einem Bett, einem Nachttisch, einem Schreibtisch mit Sessel und einem Kasten. Es gebe weder Fernsehapparat noch Minibar, so Kardinal Schönborn.
Quelle: Kathpress