
Kasper und Marx sprechen von "neuem Anfang"
Die Wahl von Papst Franziskus könnte nach Ansicht des deutschen Kurienkardinals Walter Kasper "ein hoffnungsvoller neuer Anfang" sein. Er sei "sehr glücklich" über die Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio. Er habe sich diese Entscheidung von Anfang an gewünscht, sagte der frühere Präsident des vatikanischen Ökumene-Rates "Kathpress" gegenüber in Rom. Der neue Papst sei durchsetzungsstark und werde für mehr Kollegialität, Transparenz und Einfachheit sorgen. Auch werde er den Armen der südlichen Hemisphäre eine Stimme geben.
Die Namenswahl des Papstes lasse erwarten, dass Franziskus die Kirche "aus dem Geist des Evangeliums, dem Geist apostolischer Einfachheit, Armut und Demut" erneuern werde, sagte Kasper. Lehrmäßig werde er die Linie von Johannes Paul II. (1978-2005) und Benedikt XVI. (2005-2013) fortsetzen. "Aber der Stil wird ein anderer sein", sagte Kasper. "Er wird die Asche, die sich über die Glut des Evangeliums gelegt hat, wegräumen und durch seinen Stil die Botschaft Jesu von der Barmherzigkeit zum Leuchten bringen."
Er sehe den neuen Papst als "Hirten seines Volkes", der mit dem Volk Gottes unterwegs sei und für die Armen eintrete, hob Kasper hervor. Damit werde er "vor allem den Armen der südlichen Hemisphäre die Stimme leihen". Zugleich werde er den höfischen Stil der römischen Kurie verändern, Pomp und Prunk abbauen.
"Als ein durchsetzungsstarker Papst wird er die dringend notwendigen Reformen der Kurie, die von den Kardinälen allgemein gefordert wurden, einleiten", sagte Kasper. Schon die ersten Gesten wiesen in diese Richtung.
Auch Marx sehr zufrieden
Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx sieht die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Papst voller Freude und mit großer Hoffnung. "Ich bin sehr glücklich, dass - so glaube ich - Gott selbst Papst Franziskus zum Hirten seiner Kirche bestellt hat", erklärte Marx "Kathpress" gegenüber in Rom. Er sei überzeugt, dass die Katholiken mit diesem Papst in allen Stürmen zuversichtlich ihren Weg als Kirche weitergehen könnten.
"In diesen Tagen in Rom habe ich wieder neu erfahren dürfen, dass letztlich der Herr selbst seine Kirche leitet", sagte Marx, der erstmals an einem Konklave teilnahm. Dem neuen Papst habe er im Namen aller bayerischen Katholiken versprochen, "dass wir ihn im Gebet begleiten und treu zum Nachfolger des heiligen Petrus stehen". Seine ersten Worte und Zeichen, die er gesetzt habe, ermutigten ihn und machten ihn froh, betonte der Kardinal.
Quelle: Kathpress