Termin für Besuch bei Benedikt XVI steht noch aus
Ein Termin für einen Besuch des neuen Papstes Franziskus bei seinem Vorgänger Benedikt XVI. in Castel Gandolfo steht noch nicht fest. Der Besuch werde jedoch demnächst stattfinden, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi bei der Donnerstags-Pressekonferenz in der Sala Stampa. Papst Franziskus hatte bereits am Abend seines Wahltags mit Benedikt XVI. telefoniert.
Zunächst hatte es geheißen, der neue Papst werde schon am Donnerstag den päpstlichen Sommersitz in den Albaner Bergen aufsuchen. Daraufhin hatten sich zahlreiche Gläubige und Journalisten auf dem zentralen Platz von Castel Gandolfo eingefunden.
Laut Lombardi verließ der neue Papst am Donnerstag sein römisches Gästehaus, in dem er vor dem Konklave gewohnt hatte. Bei der Rückkehr von seinem Besuch in der Marienbasilika Maria Maggiore machte er am Morgen einen Zwischenstopp in der "Casa del Clero" in der Via Scrofa nahe der Piazza Navona. Er habe die Angestellten begrüßt, seine Koffer abgeholt und die Rechnung beglichen - um ein "gutes Beispiel" zu geben, wie Lombardi sagte. Während des Konklaves hatte Kardinal Bergoglio wie alle übrigen 114 Konklave-Teilnehmer im vatikanischen Gästehaus Santa Marta gewohnt.
Am frühen Abend wollte Franziskus die Siegel an der Papstwohnung im Apostolischen Palast entfernen lassen, sagte Lombardi. Im vatikanischen Gästehaus Santa Marta werde er nur kurze Zeit bleiben.
Wenig Reparaturen im Papstappartment nötig
In dem bislang von Benedikt XVI. benutzten Appartement sei nicht viel zu renovieren, so der Sprecher. Das erste Angelusgebet am Sonntag will der Papst laut Lombardi bereits vom Fenster des päpstlichen Arbeitszimmers aus sprechen.
Am Mittwochabend habe Franziskus bei der Rückkehr von der Sixtinischen Kapelle zum Gästehaus Santa Marta auf die bereitgestellte Limousine mit dem Kennzeichen SCV-1 verzichtet. "Ich bin mit dem Bus gekommen, und ich will auch mit dem Bus gemeinsam mit den Kardinälen zurückkehren", habe er erklärt, berichtete Lombardi.
Befragt zu den Sprachkenntnissen des früheren argentinischen Primas sagte der Sprecher, der neue Papst beherrsche außer seiner Muttersprache Spanisch auch Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Er werde vermutlich auch Portugiesisch verstehen und lesen können, fügte der Sprecher hinzu.
Franziskus bringe durch seinen neuen pastoralen Stil der Amtsausübung das Sicherheitspersonal ins Schwitzen, berichtete Lombardi im Blick auf den Vormittag in Santa Maria Maggiore. Schweizergarde, vatikanische Gendarmerie, aber auch die italienischen Sicherheitskräfte müssten sich auf neue Gegebenheiten einstellen, sagte der Vatikansprecher.
Der Argentinier ähnle in dieser Hinsicht dem Polen Johannes Paul II. Der Papst aus Krakau hatte durch seiner Bäder in der Menge in Rom und auf Auslandsreisen sowie durch spontane Ausflüge aus dem Vatikan immer wieder für Überraschungen gesorgt.