Papst ruft zu zuversichtlicher Kirchensicht auf
Papst Franziskus hat am Freitag die im Vatikan versammelten Kardinäle der katholischen Weltkirche - unter ihnen Christoph Schönborn - zu einer zuversichtlichen Sicht auf die Kirche aufgerufen. "Wir dürfen uns nie dem Pessimismus ergeben, sondern sollten jeden Tag den Mut finden, das Evangelium in alle Winkel der Welt zu tragen", sagte er am Freitag bei einem Empfang für das Kardinalskollegium in der Sala Clementina des Apostolischen Palasts. Der Papst hob hervor, dass der Heilige Geist zu jeder Zeit der Kirchengeschichte gewirkt habe und wirken werde.
Zudem sprach Franziskus über das Alter als Zeitspanne der Weisheit. "Vielleicht die Hälfte von euch sind alt", sagte er zu den Kardinälen. Das Alter sei der "Sitz der Weisheit". Diese gelte es an die Jugend weiterzugeben, wie den guten Wein, der mit dem Alter besser werde.
In seiner Ansprache sagte der Argentinier auch erstmals einige Worte auf Deutsch. Mit leichtem spanischen Akzent zitierte er die auf den Dichter Friedrich Hölderlin zurückgehende Redewendung: "Es ist ruhig das Alter und fromm".
An der Audienz in der Sala Clementina nahmen die 114 Papstwähler, aber auch die über 80-jährigen Kardinäle teil. Nach der kurzen Ansprache des Papstes traten sie nacheinander vor den Papst hin. Franziskus wechselte mit jedem freundliche Worte, mitunter herzlich lachend.
In der Sala Clementina hatte sich vor zwei Wochen Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. am letzten Tag seines Pontifikats, kurz vor seinem Abflug nach Castel Gandolfo, von den gleichen Kardinälen verabschiedet und seinem Nachfolger "bedingungslosen Gehorsam" versprochen. Vor dem versammelten Kardinalskollegium in der Sala Clementina des Apostolischen Palasts im Vatikan rief der mittlerweile emeritierte Vorgänger Franziskus' die Purpurträger - unter ihnen auch damals Kardinal Schönborn - auf, "folgsam" gegenüber dem Heiligen Geist zu sein, wenn sie sich im Konklave zur Wahl des Papstes versammeln werden.
In seiner kurzen Ansprache dankte Benedikt XVI. seinen engsten Mitarbeitern für ihren Dienst und ihre Verbundenheit. Er erinnerte an die Lebendigkeit der katholischen Weltkirche, die man am Mittwoch auf dem Petersplatz erleben konnte. Er werde auch in Zukunft der Kirche und ihren Kardinälen nahe sein. "Unter euch ist der neue Papst. Ich bete für ihn", sagte Benedikt XVI. wörtlich.