
Salzburg: Ehrung für in NS-Zeit verfolgten Pfarrer
Die Gemeinde Bramberg im Salzburger Oberpinzgau gedenkt ihres früheren Pfarrers, der in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt worden ist. Der über Jahrhunderte schlicht "Kirchplatz" genannte Platz vor der Pfarrkirche soll im Laufe des Jahres in "Andreas-Rieser-Platz" umbenannt werden, hat der Gemeinderat laut der Tageszeitung "Der Standard" (Dienstag) einstimmig beschlossen. Diese Ehrung gehe auf den Historiker Rudolf Leo zurück und sei "ein Gedenken an das, was die Leute mitgemacht haben", wird Bürgermeister Walter Freiberger zitiert.
Der Namensgeber Pfarrer Riesner hat sieben Jahre Haft in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald überlebt. Er gehörte zu jenen Katholiken, die sich 1938 nicht mit dem NS-Regime arrangieren wollten.
Der damals 30-jährige Pfarradministrator wollte im Sommer 1938 im Zuge der Renovierung der Kirche in Dorfgastein (Pongau) ein Manifest gegen Hitler und die NS-Herrschaft in den Knauf des Kirchturmes als Mahnung für die Nachgeborenen einlöten lassen. Der Spengler, der das versiegelte Kuvert hinterlegen sollte, brach dieses jedoch auf und denunzierte Rieser.
Der Pfarrer der 4.000-Seelen-Gemeinde, die ihn zum Ehrenbürger machte, verstarb 1966 im Alter von 58 Jahren. Die KZ-Haft sei in Bramberg bekannt gewesen, Aussagen ehemaliger Schüler zufolge habe Rieser im Religionsunterricht von den Gräueltaten in den KZs berichtet.
Wie es weiter heißt, habe ihn jedoch besonders gestört, "dass im Lehrerkreis auch einige gewesen" seien, die es sich in der Nazizeit "ganz gut eingerichtet haben".
Quelle: Kathpress