
Kompetenzklärung zu Hospiz & Palliativcare
Hospiz und Palliativ-Care muss für alle Menschen erreichbar, zugänglich und leistbar sein, hat Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbands Hospiz Österreich, am Dienstag bei einer Veranstaltung im Wiener Palais Epstein gefordert. Die Finanzierung sei freilich schwierig, weil eine Antwort auf die Frage der Zuständigkeit derzeit sehr kompliziert ist. Die Präsidentin zeigte sich aber zuversichtlich, da es gute Gespräche zwischen den Verantwortlichen gebe. Nationalratspräsident Fritz Neugebauer und der Katholische Laienrat Österreichs luden zu der dritten Veranstaltungsreihe "Schutz der Menschenwürde in Österreich" ein, die heuer den Fokus auf die Pflege schwer- und unheilbar kranker Menschen legte.
Langzeitpflege koste pro Monat zwischen 4.000 und 8.500 Euro, so Christoph Gisinger, Institutsdirektor des "Haus der Barmherzigkeit". Zurzeit werde für die Finanzierung auf das Vermögen des Betroffenen und seine laufenden Einkünfte zurückgegriffen. Reiche das nicht aus, gibt es Pflegegeld und Sozialhilfe, erklärte Gisinger. Das bringe Betroffene oft in menschenunwürdige Situationen. "Man muss zuerst ein Sozialfall werden, damit man Hilfe bekommt", so Gisinger.
Der Arzt lieferte einen konkreten Lösungsvorschlag: Österreich habe im OECD-Vergleich überdurchschnittlich viele Akut-Betten, aber unterdurchschnittlich wenig Langzeit-Pflegeplätze. Hier könnten drei Milliarden Euro pro Jahr lukriert werden. Allein durch gesetzliche Änderungen sei das Problem des immer größer werdenden Bedarfs an Pflege aber nicht zu lösen, so Klasnic. Ehrenamt und Freiwilligenarbeit würden eine immer größere Rolle spielen.
Es müssten aber auch Denkmuster bei den hauptamtlich Pflegenden geändert werden, so Ginsinger. Der Fokus müsse auf die noch vorhandenen Möglichkeiten der Pflegebedürftigen gelegt werden und nicht darauf, was diese selber nicht mehr leisten können. Selbstverantwortung und Selbstbestimmung sei bei Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ein wichtiges Thema.
Ein Hauptfaktor in der Hospizbetreuung seien die Familien, so Wolfgang Rank, Ehrenpräsident des Katholischen Laienrat Österreichs. 80 Prozent der betreuungsbedürftigen Personen werden in Österreich in der Familie betreut. Alles könne die Familie aber nicht alleine leisten. Finanzielle Probleme stünden dabei nicht zwingend im Vordergrund, oft gehe es einfach um mangelndes Fachwissen über Betreuungsmethoden. In solchen Fällen seien gerade Mobile Hospize eine wichtige Hilfestellung, so Rank.
Einmal mehr forderte Klasnic auch die Aufnahme des Rechts, in Würde zu sterben, und des Verbots von Tötung auf Verlangen in die Verfassung. "Da treten wir zur Zeit aber noch auf der Stelle", so die Präsidentin.
Quelle: Kathpress