
Internet-Konferenz im Vatikan zum Thema Religionsfreiheit
Verschiedenen Facetten des Themas Religionsfreiheit ist eine interreligiöse Konferenz gewidmet, die am Freitag im Vatikan via Internet mitverfolgt werden konnte. So unterschiedliche Impulsgeber wie Oberrabbiner David Rosen vom American Jewish Committee, Vatikan-Astronom Guy Consolmagno, die Popsängerin Gloria Estefan, der Basketballprofi Vlade Divac oder die Prinzessin von Kuwait, Sheika Hussah Sabah al-Selem al-Sabah, gestalteten dafür im Auditorium Conciliazione unweit des Petersplatzes Beiträge, die sowohl eine Absage an Fundamentalismus wie auch an Säkularismus darstellen, wie Giovanna Abbiati, Veranstalterin der Konferenz, gegenüber "Radio Vatikan" erklärte.
Eröffnet wurde der Kongress von seinem Schirmherrn, dem Präsidenten des päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi. Ravasi hatte sich schon davor sehr unterschiedlicher Wege bedient, um über die Initiative des "Vorhofes der Völker" den Dialog auch mit Nichtglaubenden zu suchen.
Als mediale Schiene wurde eine der meistbesuchten Seiten im Internet genutzt: www.ted.com wird von eineinhalb Millionen Internet-Usern pro Tag besucht, die Website gibt es in 90 Sprachen. Es geht um Kongresse, deren Anregungen via Internet weitergegeben werden - nach dem Motto "Ideas worth spreading". Hinter den "TED"-Konferenzen verbirgt sich laut Abbiati T für technology, E für Entertainment und D für Design bzw. Gestaltung.
Seit zehn Jahren gibt es auch "TEDx"-Kongresse, bei denen unter dem Titel "TED" auch andere Veranstalter - in diesem Fall der Vatikan - eine Lizenz von TED erwerben und so zum Ideenaustausch über das Internet beitragen.
Bei der Auswahl der Sprecher habe man sich darum bemüht, das Phänomen Religion als ganzes zu betrachten und nicht nur über einzelne Religionen zu sprechen. Auch Teilaspekte wie Jugend, Kultur, Sport würden angesprochen. "Wir haben Vertreter dieser Lebensbereiche gebeten, in einer ganz einfachen Sprache zu sprechen, um möglichst viele Menschen zu erreichen", erklärte Giovanna Abbiati. Das Erfolgsgeheimnis von TED sei es ja, dass mit Interessierten auf Augenhöhe kommuniziert werde.
Neunzehn Beiträge waren insgesamt geplant, keiner davon durfte länger als achtzehn Minuten währen. Dabei musste nicht ausschließlich gesprochen werden, es würde auch einen gesungenen und einen gezeichneten Beitrag geben, kündigte Abbiati an.
Im Internet mitzuverfolgen ist der Kongress über die Adresse www.tedxviadellaconciliazione.com.