
Bundespräsident gratuliert Küberl zum 60er
Bundespräsident Heinz Fischer hat dem Präsidenten der Caritas Österreich, Franz Küberl, zum 60. Geburtstag ein Glückwunschschreiben übermittelt, in dem er dessen unermüdliches karitatives Wirken für Österreich würdigt. "Als Präsident der Caritas Österreich sind Sie stets bemüht, sich der sozial Schwächeren anzunehmen, ihre Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten und das Gewissen der Bevölkerung wachzurütteln", so der Bundespräsident in seinem Schreiben. Küberl, der auch die Caritas der Diözese Graz-Seckau leitet, begeht heute seinen runden Geburtstag.
Als besonderes Geschenk an den Jubilar kann die feierliche Eröffnung und Segnung des Caritas-Sozialzentrums "Marianum" am Montag, um 17.00 Uhr, in Graz gewertet werden. Neben Diözesanbischof Egon Kapellari werden Landeshauptmann Franz Voves und der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl an dem Festakt teilnehmen.
Das "Marianum" beherbergt das Caritas Sozialzentrum und den Caritas Campus mit zahlreichen Hilfsangeboten. So sind dort u.a. ein Ambulatorium , die Sozial-, Frauen- und Flüchtlingsberatungsstelle und eine Behindertenhilfsstelle untergebracht. Daneben gibt es durch ein Spracherwerbs- und Ausbildungszentrum sowie durch das Lerncafe und die Integrationsberatung einen Schwerpunkt auf integrationsfördernde Maßnahmen. Weiters stehen spezielle Freizeitangebote für Jugendliche zur Verfügung.
Der steirische Caritas-Direktor bittet anstelle von Geschenken um Spenden für die Projekte "Marienstüberl" oder "Bildung für Romakinder" auf das Spendenkonto bei der PSK 7.925.700, BLZ 60.000.
Schönborn und Scheuer würdigen Caritas-Präsidenten
Als eine "nicht zu überhörende Stimme der Notleidenden in Österreich und weit darüber hinaus" hat Kardinal Christoph Schönborn Caritas-Präsident Franz Küberl gewürdigt. Der seit 1994 als Direktor der steirischen Caritas und seit 1995 als Caritas-Chef auf Bundesebene tätige Küberl feiert am Montag, 22. April seinen 60. Geburtstag. Er sei immer wieder ein "mutiger und nicht immer bequemer Mahner" zu Themen, die in Politik und Öffentlichkeit unterzugehen drohen, sagte Schönborn in einem "Kathpress"-Interview über den Jubilar. Genau das sei auch die Aufgabe der Caritas - Stimme für jene zu sein, "die zu wenig oder gar keine Stimme haben".
Küberl sei in seinen Funktionen bei der Caritas und schon davor in unterschiedlichen kirchlichen Tätigkeitsfeldern "so etwas wie das soziale Gewissen der Kirche", sagte Österreichs Caritas-Bischof Manfred Scheuer über den Jubilar. Küberl gebe der Caritas (=Nächstenliebe) "ein Gesicht und eine vernehmbare Stimme".
Der Innsbrucker Bischof schätzt - wie er gegenüber "Kathpress" sagte - die Klarheit der Aussagen Küberls, aber auch die Differenziertheit seiner Wahrnehmung. Der Caritas-Chef sei sowohl einer, der ein Gespür für die konkrete Situation des einzelnen habe, als auch ein "homo politicus", der in der Öffentlichkeit "auf den Punkt bringt, was die Menschen bewegt". Als solcher sei Küberl beharrlich und mit einem Herzen ausgestattet, das sich immer wieder in "guter Kondition" zeige. "Und er kann in gutem Sinn auch nerven", fügte Scheuer hinzu.
Als Referent für die Caritas in der Bischofskonferenz sprach Scheuer dem seit 1995 als Präsident der Caritas Österreich tätigen Küberl "meinen großen Dank für sein Wirken" aus. Österreich sei durch das Einfühlungsvermögen, die Solidarität und die Leidenschaft, die Küberl einbringe, "menschlicher" - und das gilt nach den Worten Scheuers für die Caritas insgesamt.
"Geschätzt und aneckend"
Die Caritas sei immer wieder als eine "schönere Tochter der Kirche" gesehen worden - gerade auch in der Zeit, als die Ära Kardinal Königs "vernadert" wurde und der Katholizismus in Österreich durch Ansehensverlust einen "viel zu hohen Preis" bezahlen musste: Das sagte Caritas-Präsident Franz Küberl in einem ausführlichen "Furche"-Interview anlässlich seines 60. Geburtstages am 22. April. Freilich habe sich auch die Caritas nicht nur beliebt gemacht, sondern in manchen Fragen auch "unendlich viel Reibung in die Gesellschaft gebracht", wies Küberl auf Beispiele wie Flüchtlingspolitik oder Armut hin. Vielen Menschen sei die "unangenehme Botschaft" übermittelt worden, "dass es keinen ungestörten Fruchtgenuss des Reichtums gibt".
Durch ihr Engagement für die sozial Schwächeren habe die Caritas aber auch eine integrative Funktion innerhalb der Kirche, so Küberl: Die vielen ehrenamtlich in Projekten wie dem Grazer Marienstüberl oder dem Canisibus in Wien Tätigen würden wohl über Kirchenbilder, über Marienverehrung oder über den Zölibat "heftig miteinander debattieren". Sie alle eine über derlei Differenzen hinweg die Sorge für Menschen in Not und die Überzeugung, dass man helfen muss. "In diesem Sinn hat die Caritas auch eine kirchenstiftende Funktion", meinte deren Präsident.
Er selbst sehe sich als Katholik wie jeder andere auch: "Der Versuch, ein gläubiger Mensch zu sein, ist eine lebenslange Suche, eine Strapaze, die - das ist mir gerade in der Caritas bewusst geworden - auch zum Hadern mit dem Herrgott führen kann", angesichts des vielen unbewältigbar erscheinenden Leids. Gegen jede Jenseitsvertröstung halte Küberl an dem Wunsch fest, "dass es für die Menschen auf dieser Welt eine Dimension der Hoffnung in handfester Form gibt", und dass sich Menschen nicht "als Prügelknaben dieser Welt vorkommen" müssten.
Letztlich bleibt nach den Worten des Caritas-Chefs "nichts anderes übrig, als die Ärmel aufzukrempeln und zu versuchen, die Lage zu verbessern - selbst wenn man nur ein paar Millimeter weiterkommt".
Quelle: Kathpress