
Syrien: Zwei orthodoxe Bischöfe entführt
Im syrischen Aleppo sind zwei orthodoxe Bischöfe entführt worden. Wie libanesische Medien am Montagabend berichteten, wurde das Fahrzeug des syrisch-orthodoxen Metropoliten von Aleppo, Mar Gregorios Yohanna Ibrahim, und des griechisch-orthodoxen Erzbischofs von Aleppo und Iskandarun, Boulos Yazigi, auf der Fahrt nach Aleppo von bewaffneten Unbekannten gestoppt. Der Fahrer der beiden wurde bei dem Überfall getötet. Yazigi ist der Bruder des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Johannes X. Yazigi.
Den Berichten zufolge waren Mar Gregorios und Yazigi zusammen unterwegs von einem Dorf nahe der türkischen Grenze zurück nach Aleppo, als ihr Auto vor der Stadt angehalten und der Fahrer mit Schüssen getötet wurde. Die beiden verschleppten Bischöfe sollen unversehrt sein. Wo sie sich aufhalten, ist nicht bekannt.
Wer hinter der Entführung steht, ist ebenfalls unklar. Das englischsprachige libanesische Nachrichtenportal "Ya Libnan" berichtete unter Berufung auf syrische Quellen, eine tschetschenische Gruppe mit Verbindung zu den jüngsten Bombenanschlägen in Boston habe die Verantwortung für die Entführung übernommen.
Erst im vergangenen November hatte Metropolit Gregorios bei einem Besuch in Wien davor gewarnt, dass Syrien spätestens in einem Jahr ein "totes Land" sein werde, wenn die Kämpfe weitergehen. Von Österreich hatte er sich eine aktivere Rolle bei der friedlichen Beilegung des Konflikts erwartet. Österreich dürfe nicht für eine Seite Partei ergreifen, sondern sollte die Position eines Vermittlers einnahmen, so der Metropolit damals. Auch von der katholischen Kirche in Österreich erwarte er sich mehr Engagement in dieser Richtung, sagte der Bischof vor wenigen Monaten.