
"Entführte Bischöfe in Syrien sofort freilassen"
Außenminister Michael Spindelegger hat am Mittwoch eine sofortige und bedingungslose Freilassung der entführten syrischen Bischöfe gefordert. "Ich bin zutiefst schockiert über die Entführung von zwei syrischen Bischöfen und die Ermordung des Fahrers und verurteile diese Taten auf das Schärfste. Diese Angriffe sind nicht akzeptabel. Religion darf niemals als Rechtfertigungsgrund für Gewalttaten und unrechtmäßige Einschränkungen der Rechte anderer missbraucht werden", heißt es in der Erklärung des Vizekanzlers zur Entführung der beiden in Aleppo residierenden Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim (syrisch-orthodox) und Boulos Yazigi (griechisch-orthodox).
Die Bischöfe waren in Kfar Dael im von Rebellen und Regierungstruppen umkämpften Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei entführt worden. Entgegen anderslautender Berichte, wonach die beiden Bischöfe freigelassen worden seien, sind diese weiterhin nicht aufgetaucht. "Wir fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Wir stehen mit allen relevanten Stellen in Kontakt, um auf eine schnelle Lösung hinzuwirken", so Spindelegger.
Die Entführung sei "ein verheerendes Signal für die christlichen Minderheiten im Nahen Osten", hob der Außenminister hervor: "Religiös motivierten Gewalttaten muss Einhalt geboten werden und wir werden uns auch in Zukunft mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für Religionsfreiheit und den Schutz religiöser Minderheiten auf der ganzen Welt einsetzen."
Auch Metropolit Arsenios fordert Freilassung
Einen eindringlichen Appell hat Metropolit Arsenios (Kardamakis) an die politischen Entscheidungsträger gerichtet, sich mit allen Kräften für die Freilassung der beiden orthodoxen Metropoliten einzusetzen. Zugleich verurteilte er in einer Erklärung (www.metropolisvonaustria.at) die Entführung auf das Schärfste.
Der orthodoxe Metropolit von Österreich verwies auch auf die Bemühungen des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., der bereits mit der türkischen und griechischen Regierung Kontakt aufgenommen hat, um diese zu verstärkten politischen und diplomatischen Bemühungen zu bewegen.
Ökumene-Gebet für Syrien in Salzburg
Die Stiftung "Pro Oriente" (Salzburger Komitee) wies am Mittwoch darauf hin, dass nach wie vor viele syrische Priester und Christen Syriens entführt und in den Händen verschiedener kämpfender Gruppen seien. "Mit Mar Gregorios, der mehrmals in Salzburg war, verbindet 'Pro Oriente' eine jahrzehntelange Zusammenarbeit und Freundschaft. Mar Gregorios und Boulos Yazigi sind Hoffnungsträger ihrer Kirchen", so die Stiftung.
Indes rufen "Pro Oriente", Caritas-Nahosthilfe, Ökumenischer Arbeitskreis Salzburg, das Mayr-Melnhof Institut für den christlichen Osten, das Diözesanreferat für Ökumene und Dialog der Religionen sowie der Fachbereich Bibelwissenschaften und Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg für Donnerstag zu einem Ökumenischen Gebet auf. An dem "Gebet für den Frieden in Syrien" im Byzantinischen Gebetszentrum St. Markus (Ehemalige Ursulinenkirche), Franz-Josef-Kai 21 in Salzburg am 25. April, 17 Uhr, nimmt auch Erzbischof Alois Kothgasser teil.
Quelle: Kathpress