
Kongo: Seligsprechung für Ebola-Opfer eingeleitet
In der Demokratischen Republik Kongo ist am Sonntag ein Seligsprechungsverfahren für sechs italienische Ordensschwestern eröffnet worden, die vor 18 Jahren an der Ebola-Krankheit starben. Bei einer Messe in der Kathedrale von Kikwit wurde nach längeren Voruntersuchungen der Prozess für die aus Bergamo stammenden Frauen als "Zeugen der Nächstenliebe" eingeleitet, meldete "Radio Vatikan". Die Ordensschwestern hatten sich bei Ausbruch der Seuche geweigert, ihre Krankenstationen zu verlassen und hatten die Kranken gepflegt, bis sie selbst angesteckt wurden und starben.
Die Eröffnung des Verfahrens rufe die dramatischen Momente aus dem Jahre 1995 in Erinnerung, sagte die Postulatorin des Verfahrens, Linadele Canclini, gegenüber "Radio Vatikan". Das Verhalten der Ordensfrauen, ihre Opferbereitschaft und Hingabe bis zum eigenen Tod sei ein "Modell" christliches Lebens. Es unterstreiche die Verbindung der kongolesischen Kirche mit der von Bergamo, woher die Nonnen stammten, aber auch mit der Weltkirche.
Sie habe bei früheren Besuchen in Kikwit Menschen getroffen, die die Ordensschwestern als "Heilige" bezeichneten. Dagegen bestünden in Kreisen der örtlichen Kirchenleitung etwas Zurückhaltung gegenüber einer kirchlichen Erhebung der italienischen Ordensfrauen, so die Postulatorin.