Angola verbietet brasilianische Pfingstkirchen
Angola hat brasilianischen Pfingstkirchen jede öffentliche Tätigkeit im Land untersagt. Als Begründung gab die Regierung in Luanda laut brasilianischen Medienberichten unter Berufung auf die deutsche katholische Nachrichten-Agentur KNA vom Sonntag an, die Kirchen täuschten Gläubige und nutzten Schwächen der Menschen aus. Die "Universalkirche des Königreich Gottes" (Igreja Universal do Reino de Deus) wehrte sich den Berichten zufolge mit einer einstweiligen Verfügung.
Die Zeitung "Folha de S. Paulo" zitierte den Sprecher der angolanischen Regierungspartei MPLA, Rui Falcao, mit der Aussage, Angola wimmele nur so von brasilianischen Kirchen. "Das ist ein Problem, denn sie spielen mit den Schwächen des angolanischen Volkes und betreiben irreführende Propaganda", sagte Falcao laut der Zeitung.
Bereits im Februar hatte Angolas Regierung angekündigt, vier brasilianischen Pfingstkirchen die Aktivitäten zu untersagen. Am 31. Dezember hatte der Tod von 16 Personen während eines überfüllten Gottesdienstes der "Universalkirche" für Aufsehen gesorgt. Die Veranstaltung versprach den rund 150.000 Teilnehmern "das Ende aller Probleme des Lebens: Krankheit, Elend, Arbeitslosigkeit, Zauberei, Neid, Familienprobleme, Trennung und Schulden". Es kam zu einem Massengedränge, in dem die Menschen erstickten oder zu Tode getrampelt wurden.
Die "Universalkirche" musste daraufhin einige Wochen lang ihre 230 Niederlassungen schließen. Nach der einstweiligen Verfügung darf sie als derzeit einzige evangelikale Gemeinschaft weiter Veranstaltungen abhalten. Der Gemeinschaft wird großer Einfluss auch auf die Politik im Land nachgesagt. Unter anderem betreibt sie einen eigenen Fernsehsender, "TV Record".
Etwa die Hälfte der über 18 Millionen Einwohner im portugiesisch geprägten Angola sind Christen. Angaben über die Verteilung der Religionsgemeinschaften schwanken stark. Wie in anderen afrikanischen Ländern auch erzielen die neuen evangelikalen Kirchen jedoch beträchtliche Zugewinne.