
Shimon Peres trifft Papst Franziskus
Papst Franziskus und Israels Staatspräsident Schimon Peres haben sich für eine Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Verhandlungen ausgesprochen. Das teilte der Vatikan am Dienstag nach einem Treffen der beiden im Apostolischen Palast mit. Es gelte, durch "mutige Entscheidungen" und die Bereitschaft beider Seiten mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft ein Abkommen zu erreichen.
Peres lud den Papst zudem zu einem Besuch in Israel ein. "Ich warte auf Sie in Jerusalem. Und nicht nur ich allein, sondern das ganze israelische Volk", sagte er nach Angaben von Beobachtern zum Abschluss des halbstündigen Gesprächs. Der Vatikan charakterisierte die halbstündige Begegnung als "herzlich".
Eine Übereinkunft zwischen der palästinensischen und der israelischen Führung müsse die "legitimen Erwartungen beider Völker" respektieren, um einen Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Region zu leisten, heißt es in der anschließenden Erklärung. Auch die Frage des Status von Jerusalem sei erörtert worden. Zugleich äußerten sich Franziskus und Peres demnach besorgt über den Syrien-Konflikt und forderten eine politische Lösung. Diese müsse auf Dialog und Versöhnung beruhen.
Weiteres Gesprächsthema waren laut der Mitteilung noch offene rechtliche und finanzielle Fragen, die den Status kirchlicher Einrichtungen in Israel betreffen. Peres und Franziskus hofften auf eine schnelle Einigung und hätten die "bedeutenden Fortschritte" der hierfür eingesetzten gemischten Kommission gewürdigt, so der Vatikan.
Erinnerung an historischen Besuch Pauls VI.?
Denkbar wäre eine Reise ins Heilige Land 2014, in Erinnerung an den historischen Besuch von Papst Paul VI. (1963-1978) vor 50 Jahren. Einen entsprechenden Vorschlag hatte der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., bei seinem Besuch im Vatikan unterbreitet.
Paul VI. hatte vom 4. bis 6. Januar 1964 die Heiligen Stätten des Christentums in Israel und Jordanien besucht und war in Jerusalem mit dem orthodoxen Patriarchen Athenagoras zusammengetroffen. Die Reise war ein Meilenstein im Verhältnis zwischen dem Vatikan und Israel sowie für die katholisch-orthodoxen Beziehungen.