
Papst: Arbeit ist fundamentaler Bestandteil der Menschenwürde
Papst Franziskus hat eine "egoistische Profitgier" als Ursache für wachsende Arbeitslosigkeit angeprangert. Eine solche Einstellung, die jede soziale Gerechtigkeit vermissen lasse, sei häufig der Grund dafür, dass Menschen ihre Arbeit verlören, sagte der Papst am Mittwoch vor rund 100.000 Anwesenden bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft forderte Franziskus auf, "alles zu tun", um die Beschäftigung zu fördern. Zudem bezeichnete er die Ausbeutung von Arbeitskräften als moderne Sklaverei. "Viele Menschen in der ganzen Welt sind Opfer dieser Art von Sklaverei, in der die Person der Arbeit dient", so der Papst. Gegen solche inhumanen Arbeitsbedingungen gelte es wie auch gegen Menschenhandel entschlossen vorzugehen, so der Papst.
Sich für Arbeitsplätze einzusetzen, heiße, sich für die Menschenwürde zu engagieren, sagte Franziskus weiter. Die Arbeit sei ein "fundamentaler Bestandteil der Menschenwürde", sei ein "Teilhaben am Plan der Schöpfung" und mache dadurch Gott ähnlich, "der arbeitet und immer wirkt" hob der Papst hervor. Zudem appellierte er an Arbeitslose und alle, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, nicht die Hoffnung und den Mut zu verlieren. Vor allem die Jugendlichen sollten keine Angst vor der Zukunft haben und Einsatz und Opfer nicht scheuen.
Anlass der Äußerungen war der Gedenktag für den heiligen "Josef, den Arbeiter", den Ziehvater Jesu. Dieser war nach biblischem Zeugnis Handwerker und wird in der christlichen Tradition als Zimmermann verehrt. Josef habe Jesus in seiner Jugend geschützt, ihn aber auch in die Welt der Arbeit eingeführt, also in die Anstrengungen, Mühen und Befriedigung, sowie auch in die Schwierigkeiten des Arbeitsalltags, erklärte Franziskus, und fasste dies anschließend auch in seiner Twitter-Botschaft zusammen: "Liebe junge Freunde, lernt vom heiligen Josef. In Schwierigkeiten hat er nie das Vertrauen in Gott verloren und konnte sie so überwinden", hieß es hier.
Der Josefs-Gedenktag war 1955 von Papst Pius XII. (1939-1958) eingeführt worden. Er sollte eine katholische Alternative zum "Tag der Arbeit", sein, den die Gewerkschaften traditionell am 1. Mai begehen.