
Admont: Impulsgeber einer ganzen Region
Rund 700.000 Besucher hat das obersteierische Stift Admont seit dem Aus- und Umbau der Museumsanlage vor zehn Jahren in die Region gelockt. 2013 feiert das Stift mit der Sonderausstellung "Es lebe die Vielfalt!" das 10-jährige Bestehen der Museumsanlage. Aber nicht nur die einzigartige Museumslandschaft liefert innovative Impulse für die Region. Das Kloster zählt mit seinen zahlreichen Betrieben, seiner Schule und den Kooperationen mit anderen Unternehmen der Region zu den wichtigsten Innovationsgebern in der Obersteiermark.
Die Museumslandschaft ist das Aushängeschild des Stiftes. Auf 3.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche wird Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart in einen sich dialogisch befruchtenden Spannungsbezug gezeigt. Im Handschriftenraum vermittelt die Schau "Bibliotheca universalis" die Vielfalt der weltweit größten Klosterbibliothek und deren mittelalterliche Büchersammlung. Das Kunsthistorische Museum zeigt einen Reichtum an Exponaten von der Romanik bis zum Barock, und auch naturhistorisch Interessierte kommen mit einer der bedeutendsten Insektensammlungen Europas auf ihre Rechnung.
Das Kloster betreibt neben dem Museum aber noch viele andere Betriebe, die die Region beleben und fördern. In seinen Unternehmen beschäftigt das Stift etwa 580 Mitarbeiter und hat mit der Schaffung dieser Arbeitsplätze die Abwanderung wesentlich verlangsamt, sagte Helmuth Neuner, Wirtschaftsdirektor des Stifts, im Gespräch mit "Kathpress". "Das Kloster ist die entscheidende Wirtschaftskraft in der Region und der größte Steuerzahler in der Gemeinde", so Neuner weiter. Dabei gehe es nicht so sehr um die Gewinnmaximierung oder die Finanzierung des Klosters als vielmehr darum, entsprechend der christlichen Soziallehre zu handeln, und Arbeitsplätze zu schaffen.
Das jüngste Projekt des Stiftes ist das neu erbaute Vier-Sterne-Hotel Spirodom. Das Hotel verfügt über 67 Doppelzimmer, vier moderne Seminarräume, ein Restaurant und einen Wellnessbereich. "Die Idee, Teile der Finanzierung, die Suche nach einem geeigneten Betreiber und Investor gingen vor allem vom Stift aus", so Neuner. Der Bau eines Hotels sei notwendig gewesen, da in Admont zuvor kaum Kapazitäten für Übernachtungen vorhanden gewesen seien. Außerdem habe man damit 25 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Ursprünglich konzentrierten sich die Mönche vor allem auf Land- und Forstwirtschaft. Mittlerweile habe aber eine Diversifizierung stattgefunden und die Geschäftsfelder reichen von Land- und Forstwirtschaft über die holzverarbeitende Industrie, die Energiewirtschaft und den Pflegebereich bis hin zum Tourismus und Immobiliengeschäft, so Neuner.
Die STIA Holzindustrie GmbH ist mit etwa 400 Mitarbeitern der größte Betrieb des Stiftes und zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region, so der Wirtschaftsdirektor: "Wenn der Betrieb zusperren würde, hätten wir in Admont bald Eisenerzer Verhälntnisse." In Eisenerz haben, als der Bergbau noch gut lief, in den 80er Jahren etwa 10.000 Menschen gelebt. Mit der weltweiten Krise der Stahl- und Eisenindustrie ist die Bevölkerung stark geschrumpft. Mittlerweile leben noch etwa 4.600 Menschen in Eisenerz.
Zum Stift gehört aber auch ein Gymnasium, das einen sprachlichen, einen naturwissenschaftlichen und einen musischen Zweig anbietet. Zurzeit werden etwa 560 Schüler zwischen zehn und 18 Jahren in 26 Klassen von 62 Lehrern unterrichtet. "Das Einzugsgebiet der Schule ist sehr groß und für manche Schüler die einzige Möglichkeit, ein Gymnasium zu besuchen", so Josef Marte, Direktor des Stiftsgymnasiums, im Gespräch mit "Kathpress". Pro Schüler werde im Monat ein Schulgeld von 50 Euro eingehoben. Kostendeckend sei das aber nicht, so der Direktor. "Rein wirtschaftlich gesehen, trägt sich die Schule nicht. Wir sehen das aber als ein Investment in die Region."