
Papst Franziskus trifft Erzbischof Müller
Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, ist am Freitag zu einem zweiten ausführlichen Gespräch mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Das teilte der Vatikan ohne weitere Angaben mit. Außerdem empfing Franziskus den Leiter der vatikanischen Missionskongregation, Kardinal Fernando Filoni. Der Italiener ist für die Ortskirchen in den ehemaligen Missionsgebieten, in Afrika und einem großen Teil Asiens, zuständig.
Erzbischof Müller, der viele Monate in Lateinamerika verbracht hat, hat in Interviews mehrfach darauf hingewiesen, dass der bedeutendste Aspekt des Pontifikatswechsels das Hintersichlassen der kirchlichen Eurozentriertheit ist. "Ich bin froh und dankbar, dass durch die Papstwahl dieser Akzent gesetzt wurde", sagte Müller etwa in einem "domradio"-interview. Die Liebe Gottes besonders zu den Armen und Kranken werde "sicherlich die große Botschaft" des argentinischen Pontifikats sein.
Es sei etwas anderes, direkten Kontakt mit den Menschen und ihrer Lebenssituation zu haben, als darüber zu lesen oder es im Fernsehen zu sehen, sagte Müller. Dann sei Armut nicht mehr nur ein theoretisch-akademisches Thema, sondern eines, das in der pastoralen Sorge und der konkreten Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe tief ergreife. Aber auch die akademische Theologie müsse ihren Blick weiten hin auf die Praxis, den Menschen in Not und Elend die Liebe Gottes zu verkündigen