
Pakistan:Überfall auf Schule von Ruth Pfau
Unbekannte Täter haben zwei Wachleute einer pakistanischen Schule in der Nähe der Millionenstadt Karachi getötet, wie die deutsche Katholische Nachrichtenagentur KNA berichtete. Das Bildungsprojekt Manghopir wird von der Organisation der deutschen Lepra-Ärztin Ruth Pfau, dem Marie Adelaide Leprosy Centre, betrieben. Der Angriff soll bereits am Mittwoch vergangener Woche stattgefunden haben. Neben den beiden Toten gab es einen weiteren schwer verletzten Mann. Schüler seien aber nicht zu Schaden gekommen.
Neben sozialen und medizinischen Projekten gibt es in Manghopir auch eine private Schule, in der viele Kinder aus von Lepra betroffenen Familien eine Chance auf Ausbildung erhalten. Aufgebaut hat die Einrichtung Schwester Jeannine Geuns, langjährige Weggefährtin von Ruth Pfau. Ob es sich bei dem Überfall um ein politisch, religiös oder kriminell motiviertes Verbrechen handelt, sei derzeit noch unbekannt. Bei den Tätern soll es sich um drei Männer gehandelt haben, die auf einem Motorrad flohen.
Der international bekannten Lepra-Ärztin und katholischen Ordensfrau Ruth Pfau (83) ist es in den vergangenen mehr als 50 Jahren gelungen, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in Pakistan drastisch zu verringern. Seit 1960 lebt sie in der pakistanischen 13 Millionen-Metropole Karachi. 1963 gründete sie dort das Marie-Adelaide-Lepra-Krankenhaus. Unter ihrer Leitung entstand ein flächendeckendes Behandlungssystem in Pakistan. Mehrmals war Pfau auch schon in Österreich zu Gast um über ihre Arbeit zu informieren und Spenden zu sammeln.