Papst gratuliert orientalischen Kirchen zum Osterfest
Papst Franziskus hat der orthodoxen Christenheit ein frohes Osterfest gewünscht. Vor dem traditionellen Regina-Coeli-Gebet auf dem Petersplatz gedachte er insbesondere der Christen im Nahen Osten, die das Fest der Auferstehung Jesu Christi unter "Prüfungen und Leiden" begehen müssten.
Die Mehrheit der orthodoxen Kirchen und einige mit Rom unierte Ostkirchen folgen nicht dem Gregorianischen, sondern dem julianischen Kalender. Nach diesem auf Julius Cäsar zurückgehenden älteren Kalender fällt Ostern in diesem Jahr auf den 5. Mai.
Auch in Österreich feierten wieder rund 500.000 orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Christen das höchste Fest der Christenheit. Die feierlichen Liturgien - etwa in der griechisch-orthodoxen Kathedrale am Wiener Fleischmarkt, in der russisch-orthodoxen Kathedrale in der Jauresgasse oder in der serbisch-orthodoxen Auferstehungskirche - begannen traditionell in der Nacht von Samstag auf Sonntag.
In der rumänisch-orthodoxen Kirche in der Simmeringer Hauptstraße 161 feierte Bischofsvikar Nicolae Dura die Auferstehungsmesse. In der neuen Wiener koptisch-orthodoxen Kathedrale "Zur Hl. Jungfrau Maria von Zeitoun" (22., Quadenstraße 4) feierte Bischof Anba Gabriel die mehr als vierstündige Auferstehungsliturgie.
Die Osterfeiern in Wien betreffen nicht nur die hier lange verwurzelten Gemeinden der Griechen und Russen, sondern auch eine Reihe weiterer mitgliederstarker Nationalkirchen (Serben, Rumänen, Bulgaren, Kopten, Armenier) und kleinerer, erst später nach Österreich gekommener Communitys (Syrisch-Orthodoxe, Äthiopier, Antiochener).
"Feuerwunder" und Oster-Novität
Einen eindrucksvollen Auftakt zu den Osterfeierlichkeiten stellte auch in diesem Jahr wieder das "Feuerwunder" in Jerusalem dar. Dabei wird in der Jerusalemer Grabeskirche während einer orthodoxen Zeremonie das "Heilige Feuer" aus dem Grab Jesu an die Gläubigen weitergereicht. Nach dem Volksglauben entzündet sich die Flamme alljährlich auf übernatürliche Weise in der Kapelle, die als Ort des Begräbnisses und der Auferstehung Jesu verehrt wird.
Eine Novität stellte bei den heurigen orthodoxen Osterfeierlichkeiten die Liturgie mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. dar. Dieser feierte erstmals in seiner bislang 22-jährigen Amtszeit Ostern nicht am Sitz des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul, sondern auf seiner Geburtsinsel Imbros (Gökceada), am Eingang der Dardanellen.