
Das Evangelium auf die digitalen Marktplätze tragen
In den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter liegt eine große, bislang zu wenig genutzte Chance für die kirchliche Verkündigung. Das hat der Schweizer Abt und Medienbischof Martin Werlen im Gespräch mit "Radio Vatikan" betont. Das Internet könne dazu dienen, das Evangelium auf die "Marktplätze unserer Zeit" zu tragen - und dazu gehörten schließlich "ganz klar die sozialen Netzwerke". In der Schweiz wird der heutige Sonntag traditionell als "Mediensonntag" begangen. Weltweit wird der Mediensonntag in der Regel am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen.
Wenn sich die Kirche immer wieder neu bewusst mache, dass sie für die Menschen da sei und nicht umgekehrt, so müsse die Kirche auch in ihrer Kommunikationsarbeit stets nach neuen Wegen suchen, um die Menschen heute zu erreichen. Wichtig sei im Blick auf die sozialen Netzwerke jedoch laut Werlen, dass die Kirche immer "zuerst selbst Hörende" sei. Soziale Medien könnten helfen, "dass wir nicht oben herab reden, sondern mit den Menschen auf dem Weg sind, auf ihre Sorgen und Fragen hören und auf die Botschaft, die wir vermitteln wollen, eingehen."
Der Einsiedelner Abt, der selbst aktiver "Twitterer" mit nahezu 8.000 "Followern" ist, versucht laut eigenen Angaben etwa, seine Predigten auf Twitter-Format herunterzubrechen und so gerade auch jene zu erreichen, die sich in einem Gottesdienst fremd fühlen. Er habe dabei festgestellt, dass das Interesse für die katholische Kirche "viel größer" sei, "als wir das oft vermuten und wahrnehmen". Ein Problem habe die Kirche erst in dem Moment, "wenn wir nicht mehr wahrgenommen würden".
Abt Werlens Twitter-Kanal, der unter dem Motto "Höre und du wirst ankommen" steht, kann unter twitter.com/abtmartin abonniert werden.
Quelle: Kathpress