
Die Diözese Feldkirch im Portrait
Zur Diözese Feldkirch gehören knapp 250.000 Katholiken. Das sind rund 66 Prozent der Vorarlberger Gesamtbevölkerung. Feldkirch ist damit nach Eisenstadt die zweitkleinste Diözese Österreichs. In den 125 Pfarren wirken rund 140 Priester, weiters einige Diakone und Pastoralassistenten sowie 25.000 ehrenamtlich engagierte Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder. Rund 1.300 Vorarlberger sind als Pfarrgemeinderäte tätig. 63 Prozent davon sind Frauen.
Seit einigen Jahren läuft in der Diözese ein vielschichtiger Reform- und Strukturprozess, mit dem auch künftig die Seelsorge in Vorarlberg mit den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen sichergestellt werden soll. Die ersten Reformen in Landgemeinden wurden in den vergangenen Monaten bereits umgesetzt. Parallel dazu läuft seit Februar der Prozess "Kirche in der Stadt" in Bregenz, Dornbirn, Lustenau, Hohenems und Bludenz. Grundsätzlich soll es künftig nur noch neun "Einzelpfarren" - darunter die Feldkircher Dompfarre - geben. Dazu kommen 36 "Pfarrverbände", die von jeweils zwei bis vier benachbarten Pfarren gebildet werden.
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Neben der Strukturreform versucht die Diözese mit zahlreichen innovativen Projekten den Kontakt mit den Menschen zu halten und zu vertiefen oder auch ganz neu zu knüpfen. Ein Beispiel dafür sind die "Kirchturmgespräche": Einmal pro Monat verlassen die Mitarbeiter der Diözese ihre Büros, suchen auf öffentlichen Plätzen das Gespräch mit den Passanten und stehen für Fragen jeder Art zur Verfügung.
Für aus der Kirche Ausgetretene wurde zudem eine eigenen Dialogstelle eingerichtet: Mitarbeiter der Diözese versuche nochmals Kontakt mit den Ausgetretenen aufzunehmen "um den Abschied nicht wortlos verklingen zu lassen", wie es von Seiten der Diözese heißt.
Unter dem Motto "Wofür brennst du?" besuchen kirchliche Persönlichkeiten - darunter auch Benno Elbs - Schulen und erzählen von sinnerfüllter Lebensgestaltung abseits des Mainstreams. Mehr als 4.500 Jugendliche konnten so bisher erreicht werden. Dazu kommt noch das Projekt "OpenYourMind", mit dem in Pfarren Jugendliche neu angesprochen werden sollen.
Der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche und Präventionsmaßnahmen wird in der Diözese Feldkirch ebenfalls große Aufmerksamkeit gewidmet. Die diözesane "Beratungsstelle zum Schutz vor Gewalt und sexuellen Übergriffen" arbeitet intensiv mit unabhängigen Experten außerhalb der Kirche zusammen. Weiters wurde auch ein "Arbeitskreis Prävention" zum Kinderschutz gegründet.
Einen besonderen Stellenwert nimmt in der Diözese Feldkirch der selige Carl Lampert ein. Der Vorarlberger Geistliche wurde 1944 von den Nazis ermordet und 2011 selig gesprochen. Mit zahlreichen Aktionen hält die Kirche in Vorarlberg auch nach der Seligsprechung das Andenken an Carl Lampert wach. Schließlich sei er ein Vorbild an "Menschlichkeit, Mut, Standhaftigkeit, Willensstärke und absolutem Gottvertrauen", wie es von Seiten der Diözese heißt.
Die Diözese Feldkirch kreist jedoch nicht nur um sich selbst sondern ist in der Weltkirche verwurzelt. So besteht seit vielen Jahren u.a. eine Partnerschaft mit der Diözese Parnaiba in Brasilien.
Quelle: Kathpress