
"Bergoglio als Papst überraschte sogar Kardinäle"
Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn hat in einer ökumenischen Großveranstaltung in London seiner Freude über Papst Franziskus Ausdruck verliehen. "Er ist schlicht und einfach eine Freude - er ist wunderbar", so der Kommentar des Kardinals zum neuen Papst am Dienstag bei der "Leadership Conference", einem von den anglikanischen Kirchen veranstalteten Kongress für christliche Führungskräfte in der Royal Albert Hall. Schönborn diskutierte als Ehrengast auf dem Podium mit Nicky Gumbel, dem Gründer der "Alpha"-Glaubenskurse.
Dürfe er auch nicht Details des Konklaves ausplaudern, so könne er dennoch sicher sagen, dass zu Beginn am 12. März noch kein Papstwähler den Ausgang der Wahl gewusst hätte, so Schönborn. Kardinal Bergoglio, der heutige Papst, sei "in der letzten Ecke der Sixtinischen Kapelle" gesessen, berichtete der Wiener Erzbischof vor den 5.500 Teilnehmern des Kongresses. Das Ergebnis sei eine "ungeheure Erfahrung des Heiligen Geistes" gewesen, ebenso wie er dies bereits 2005 bei der Wahl von Joseph Ratzinger empfunden habe, gab Schönborn an.
Mehrere Begebenheiten vor dem Konklave habe er als Wink von Oben wahrgenommen, sodass in ihm die persönliche Gewissheit gereift sei, Bergoglio sei der richtige Papstkandidat. Als eines davon wertete er ein Treffen mit Freunden unmittelbar nach der Messe des Kardinalskollegium zum Konklavebeginn: Gefragt nach ihrem Ratschlag, habe ihm eine lateinamerikanische Ordensschwester "Bergoglio" zugeflüstert, so der Kardinal. "Das hat mich getroffen. Ich bin sicher, dass viele von uns Kardinälen ähnliche Zeichen bekommen haben, andernfalls hätte das Konklave nicht dermaßen kurz gedauert."
Ebenso sei durch Franziskus in den ersten beiden Monaten als Papst "der Heilige Geist in vielen Momenten spürbar" geworden, so Schönborn, der hier Vergleiche mit dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, zog. Es gebe zwischen den beiden Kirchenführern "eine eigenartige Ähnlichkeit", "und es sieht auch wie ein kleines Wunder aus, dass er Erzbischof wurde". Der Wiener Kardinal verlieh zudem seiner Hoffnung "auf ein baldiges Treffen zwischen Franziskus und Justin" Ausdruck.
Quelle: Kathpress