Hochwasser: Caritas hilft mit Katastrophenfonds
Die Caritas Österreich bietet Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten Soforthilfe an. Dafür stehe "ab sofort der Katastrophenfonds der Caritas zur Verfügung", so Caritas-Präsident Franz Küberl in einer Aussendung (Montag). Vor allem Regionen in Tirol, Salzburg, Ober- und Niederösterreich sind von den Wassermassen der vergangenen Tage schwer getroffen. Hunderte Menschen mussten evakuiert werden, Häuser wurden zerstört, Keller sind überflutet.
"Nebst finanzieller Überbrückungsmaßnahmen wird es auch mitmenschliche Betreuung und begleitende Unterstützung bei Behördengängen brauchen", so der Caritas-Präsident. Menschen, die durch das Hochwasser alles verloren haben, und sozial schwache Familien seien auf schnelle Hilfe angewiesen. "Es wird, wenn das Wasser hoffentlich bald zurückgegangen ist, nötig sein, den Menschen beizustehen. Es braucht auch Trost für alles, was zerstört wurde und was sich mit Geld nicht wieder gut machen lässt", rief Küberl zur Solidarität auf.
In einzelnen Gebieten in Salzburg, Tirol, Oberösterreich sowie in der Wachau in Niederösterreich wurde der Zivilschutzalarm ausgerufen. In Schärding (Oberösterreich) trat der Inn über den Damm, hunderte Menschen mussten evakiert werden. In Niederösterreich sind mehr als 5.000 Feuerwehrleute in Alarmbereitschaft, die Altstadt von Melk ist teilweise überflutet, während einzelne Orte im Bezirk Melk bis zu einem dreiviertel Meter überschwemmt sind.
In Salzburg hat ein Murenabgang ein Menschenleben gefordert, zwei Menschen gelten nach Murenabgängen als vermisst. Eine vermisste Person melden Einsatzkräfte auch aus Voralberg. In Tirol sind vor allem die Bezirke Kitzbühel und Kufstein betroffen, Einwohner mussten teils per Helikopter evakuiert werden. Im Bezirk Liezen kämpfen mehr als 1.000 Menschen gegen die über die Ufer getretenen Flüsse Traun und Enns. Das Innenministerium hat einen Krisenstab einberufen.
Auch die Diakonie unterstützt die vom Hochwasser Betroffenen und stellt ab heute Gelder aus ihrem Katastrophenfonds für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung. Dies gab der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka, in einer Aussendung (Montag) bekannt. Die Abwicklung der Hilfe erfolge rasch und ortsnah durch die Evangelischen Pfarrgemeinden, deren Gemeindegebiete von der Flut betroffen sind.
Die Caritas der Diözese Linz ist gerade dabei, mit den Pfarren in den vom Hochwasser betroffenen Orten die Notlage zu überblicken und Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Als Soforthilfe stellt die Caritas Oberösterreich den Betroffenen über die Pfarren Geräte wie Schaufeln und Kübeln für Aufräum- und Reinigungsarbeiten sowie Entfeuchtungsgeräte zur Verfügung, teilte die Caritas "Kathpress" gegenüber mit. In einzelnen Orten werden Teams mit Ehrenamtlichen organisiert, die bei den Arbeiten mithelfen.
Caritas-Regionalkoordinator Martin Wintereder hilft derzeit den ehrenamtlichen Helfern der Pfarren Eferding und Hartkirchen, da die Gefahr besteht, dass das Altenheim Leumühle in Eferding evakuiert werden muss. Eine Entscheidung darüber wird voraussichtlich heute um 18 Uhr getroffen werden.
"Die regionalen Caritas-Sozialberatungsstellen stehen werden wo nötig finanzielle Überbrückungshilfen leisten und die Menschen bei der Antragstellung für Hilfen aus dem Katastrophenfonds des Landes unterstützen", so die Caritas. Dazu werden auch vor Ort Infoveranstaltungen organisiert, "denn die Menschen brauchen im ersten Schritt zunächst Orientierungshilfe, wo und wie sie zu Unterstützung kommen".
Solidaritätsappell aus Tirol und Salzburg
Gemeinsam an einem Strang ziehen die Caritasorganisationen in Tirol und Salzbug: Deren Direktoren Georg Schärmer und Johannes Dines starteten einen gemeinsamen Solidaritätsappell. "Menschen, die durch das Hochwasser alles verloren haben, brauchen jetzt vor allem schnell unsere Unterstützung. Die Erfahrung 2005 hat das eindeutig gezeigt", so Schärmer.
Auch Johannes Dines, der als Caritasdirektor der Erzdiözese Salzburg für das Tiroler Unterland zuständig ist, bittet die Bevölkerung, "den Hochwasserbetroffenen in dieser Notsituation beizustehen, damit wir sie schnell und unbürokratisch unterstützen können. Hilfesuchende können sich unmittelbar an die Pfarren und unsere regionalen Caritas-Zentren in Wörgl und in St. Johann wenden."
Diözese Passau: Millionenschäden
Erste Berichte über Hochwasser-Schäden an kirchlichen Gebäuden kommen aus Deutschland: Etwa in der Diözese Passau gebe es zwar bisher keine Personenschäden, doch man rechne materiell schon jetzt mit einer Schadenssumme im zweistelligen Millionenbereich, sagte Diözesansprecher Wolfgang Duschl gegenüber der deutschen katholischen Nachrichten-Agentur KNA. Das Gesamtausmaß der Katastrophe werde sich erst in den nächsten Tagen ermitteln lassen. Der Domberg in der Grenzstadt zu Österreich sei eine Insel, die Büros der Caritaszentrale in der Altstadt nicht mehr erreichbar und das Bischöfliche Ordinariat habe seit Montag geschlossen, so Duschl weiter.
Besonders betroffen sind in Deutschland Kirchen und Gebäude nahe der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz. Kloster Niedernburg mit seinen Schulen steht vollständig unter Wasser. Der Unterricht fällt aus, ebenso die Abiturprüfungen. Die Reliquien der seligen Gisela wurden zur Sicherheit in die Sakristei gebracht. Am Inn ist das "Marienheim" überflutet. Studenten mussten evakuiert werden. Die Caritas-Einrichtungen im "Konradinum" sind ebenfalls überschwemmt.
Vorerst eine Entwarnung gab es aus dem direkt an der Neiße gelegenen Sankt Marienthal, Deutschlands traditionsreichster Zisterzienserinnenabtei, die vor drei Jahren völlig überschwemmt wurde: "Wir sind auf der Hut, aber nicht akut bedroht", so die Information von Priorin Elisabeth Vaterodt. Am Samstag hätten Mitarbeiter den Hochwasserschutz ausgebaut, zusätzlich könnten jetzt noch mobile Teile angebracht werden.
Spenden
Spenden für die Opfer des Hochwassers über die Caritas-Spendenkonten: Erste Bank 012 34560 BLZ 20111 PSK: 7.700.004 BLZ 60.000 Kennwort: "Katastrophenfonds Österreich"
Spenden: Kennwort "Hochwasser" PSK 23 13 300 BLZ 60 000 IBAN: AT76 6000 0000 0231 3300 BIC: OPSKATWW