EU-Beitritt Kroatiens
Am 1. Juli 2013 tritt die Republik Kroatien der Europäischen Union bei – als fünftes Land Südosteuropas und als nunmehr 28. Mitglied der EU, die mit Kroatisch ihre 24. Amtssprache erhält. Bereits 2003 hatte das Land an der Adria Antrag auf die EU-Vollmitgliedschaft gestellt und war seit 2004 Beitrittskandidat, ehe nach Erfüllung aller Auflagen – besonders der Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof - im Oktober 2005 die Beitrittsverhandlungen starten konnten. 2011 wurden diese abgeschlossen und der Beitrittsvertrag unterzeichnet. Im Referendum am 22. Jänner 2012 sprachen sich schließlich zwei Drittel der Kroaten für den Beitritt aus.
Der Zeitpunkt des Beitritts ist angesichts der wirtschaftlichen Probleme des Landes, jedoch auch der Krise in der EU kein leichter. Allerdings hat Kroatien nicht nur politisch, sondern auch aus kirchlicher Sicht seiner wechselhaften Geschichte eine besondere Bedeutung: Über Jahrhunderte wurde das südslawische Volk, das schon im 7. Jahrhundert das Christentum angenommen hatte, als „Bollwerk“ des Katholizismus gegen das osmanische Reich gesehen, galt als „Vorposten“ der römischen Kirche am Balkan und unterschied sich vor allem durch die Religion von seinen Nachbarn – eine Denkweise, die Kroatiens Kirche nach leidvollen Erfahrungen mittlerweile zum Großteils abgelegt hat.
Nach dem Zerfall Jugoslawiens und dem Ende des Balkankrieges spielte in jüngsten Jahren die katholische Kirche, namentlich der kroatische Primas, Kardinal Josip Bozanic, sowie das stete Drängen von Papst Johannes Paul II., eine wichtige Rolle bei den Versöhnungsbemühungen im Land. Aktuell führen Teile der Kirche einen „Abwehrkampf“ auf anderer Front, in Form einer von 750.000 Menschen unterschriebenen Petition, die eine mögliche Einführung der „Homo-Ehe“ durch die EU präventiv per Verfassungsregelung verhindern will. Kenner Kroatiens bescheinigen dem Land weiterhin große Volksfrömmigkeit mit vergleichsweiser breiter religiöser Praxis und hoher Identifikation mit der katholischen Kirche selbst bei Jugendlichen.
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