
Bischof Elbs: Achtsamkeit für Nöte der Menschen
Achtsamkeit für die Nöte der Menschen. - Das hat der neue Feldkircher Bischof Benno Elbs als eine seiner künftigen Hauptaufgaben genannt. In seinen Dankesworten nach der Bischofsweihe am Sonntagnachmittag im Feldkircher Dom ging Elbs auf seinen aus Psalm 37 entnommenen Wahlspruch "Committe Domino viam tuam" (Befiehl dem Herrn deinen Weg) ein: Hinter dem, was Sorgen und Ängste mache, leuchtet der Name Gottes. Er - Elbs - wünsche allen die Erfahrung der Freude mit allen Sinnen darüber, "dass die Freundschaft mit Christus uns trägt, uns hält und dass Gott jeden Augenblick unseres Lebens mit uns ist."
Freundschaft mit Christus führe in weiterer Folge in die Achtsamkeit für die Not und in die Aufmerksamkeit für den Menschen, der arm oder dessen Herz gebrochen ist, erklärte Elbs. Alle seien beauftragt, die Frohbotschaft "auch zu denen zu bringen, die am Rande des Lebens, am Rande unserer Gesellschaft stehen".
Sein Hirtenstab solle, so Bischof Elbs, ein Stab sein, "an dem viele Menschen sich aufrichten können und so wieder in die Mitte des Lebens genommen werden, durch uns alle". Allen wünsche er "die Mystik des helfenden Herzens, die die Welt heute so sehr braucht".
"Der Ort, an dem ich Bischof sein darf"
Das Bischofswappen Elbs stellt ein schlicht gestaltetes, silberfarbenes Schild dar, das einen von der Sonne beschienenen Weg zeigt und auf die Diözese, den seligen Carl Lampert und auf Christus verweist. Es wird durch eine rote Spitze geteilt, wobei als Symbol der Diözese Feldkirch und des Landes Vorarlberg ist eine Kirche in das Landeswappen eingearbeitet ist.
Gegenüber ist das Kreuz des seligen Carl Lamperts stilisiert. Eine Sonne, die das Wappen abschließt, verweist auf Christus, "der das Licht ist und die Menschen auf ihren Wegen begleitet", so die Beschreibung Elbs, der hier zudem auf seinen Wahlspruch verweist: Christus sei "das Licht, das für mich die Freundschaft mit Gott symbolisiert, zu der die Kirche die Menschen führen möchte".
Mit dem seligen Carl Lampert fühle er sich "innerlich verbunden" und bewundere dessen Glaubensstärke, Gottvertrauen und "seinen Mut zur Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten", so Bischof Elbs. Kirche und Landeswappen stünden für ihn "für das Land und die Diözese, für den Ort meiner Herkunft, an dem und für den ich Bischof sein darf", zudem solle das Wappen für ihn "zugleich Arbeitsauftrag und ständige Erinnerung" sein.
Die wichtigsten Insignien des Diözesanbischofs für seine Aufgabe im Hirtenamt sind Mitra, Stab, Bischofsring und Brustkreuz. Der von Bischof Elbs benutzte Ring ist jener, den er von seinen Eltern zur Matura geschenkt bekommen hat.
Vierter Bischof Feldkirchs
Bischof Elbs ist mit seiner Weihe am 30. Juni 2013 der vierte Bischof der noch jungen, 1968 gegründeten Diözese Feldkirch. Bereits vor der Bischofsernennung durch Papst Franziskus am 8. Mai 2013, die die erste im deutschsprachigen Raum war, hatte Elbs seit 15. November 2011, als Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch seines Vorgängers Altbischof Elmar Fischer annahm, die Diözese interimistisch als Administrator geleitet.
Geboren wurde Elbs am 16. Oktober 1960 in einer Bergbauernfamilie in Bregenz. Er besuchte die Volksschule in seiner Heimatgemeinde Langen und anschließend in Bregenz das Bundesgymnasium. Es folgte das Theologiestudium an der Universität Innsbruck, in dessen Rahmen er ein Auslandsjahr in Paris verbrachte, und der Studienabschluss 1986 mit einer Dissertation über das Bußsakrament und dem Doktorat. Während des Studiums war Benno Elbs mehrere Jahre als Sanitäter im Einsatz und absolvierte die entsprechenden Ausbildungen des Roten Kreuzes.
Von Anfang an interessierte sich Benno Elbs neben der Theologie auch für die Psychologie und begann 1982 seine psychologische und therapeutische Ausbildung, die er - neben seiner priesterlichen Tätigkeit - mit dem Diplom in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl im deutschen Fürstenfeldbruck abschloss. Seit 1993 zählt er zu den eingetragenen Psychotherapeuten und begleitet als solcher vor allem junge Menschen. Ab 1985 widmete er sich zudem dem Erweiterungsstudium "Selbständige Religionspädagogik", das er 1986 abschloss.
Am 16. Mai 1986 empfing Benno Elbs durch Bischof Bruno Wechner die Priesterweihe. Von 1986 bis 1989 war er Kaplan in Bregenz-Mariahilf tätig und gleichzeitig als Religionslehrer an mehreren Schulen. 1988 erwarb er die Befähigung zum ordentlichen Lehramt an höheren Schulen und wurde 1989 durch den Landesschulrat für Vorarlberg zum Betreuungslehrer im Unterrichtspraktikum bestellt. Am 1. September 1989 folgte die Ernennung zum Spiritual des Marianums und ein Jahr später zum Rektor.
Leitungsfunktionen in der Diözese
Mit dem 1. September 1994 übernahm Benno Elbs die Aufgabe des Pastoralamtsleiters der Diözese Feldkirch. Seit 1994 war er zudem Mitglied des Konsultorenkollegiums und des Finanzkammervorstandes, seit 1995 auch Firmspender. Am 16. Oktober 1997 wurde Elbs zum Bischöflichen Geistlichen Rat ernannt, am 25. April 2003 zum Monsignore (Kaplan Seiner Heiligkeit).
Ab dem 4. Juli 2005, dem ersten Amtstag Elmar Fischers als Bischof von Feldkirch, übte Benno Elbs die Funktion des Generalvikars der Diözese aus. Anfang 2008 wurde er schließlich von Papst Benedikt XVI. aufgrund umfangreicher Verdienste um die Kirche zum Prälat ernannt. Nachdem den eineinhalb Jahren als Diözesanadministrator ist Elbs nunmehr nach Bruno Wechner, Klaus Küng und Elmar Fischer der vierte Vorarlberger der Diözese Feldkirch.