
"Gemeinsamkeiten betonen"
Beim Gespräch der Religionen "müssen wir das Vergangene bei Seite lassen und für das Gemeinsame eintreten - Dialog, Trialog ist der richtige Weg": Das sagte der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck bei einem Vortrag über "Judentum - Christentum - Islam in der Sicht des Zweiten Vatikanischen Konzils", den er jüngst vor Mitgliedern der Katholischen Männerbewegung im Stift Heiligenkreuz hielt.
Die katholische Kirche "lehnt nichts von dem ab, was den anderen Religionen wahr und heilig ist", erinnerte der Altabt an den von Respekt geprägten Kurs des Konzils gegenüber den anderen Weltreligionen. "Alle erkennen in Gott den Schöpfer", und alle anerkennen Abraham als zentrale Gestalt des Glaubens. Auch Mormonen, Bahai, Drusen oder die Rastafari auf Jamaika verstünden sich als abrahamitisch, sagte Henckel-Donnersmarck.
Ähnliche Sichtweisen der Religionen gebe es vor allem in der sozialen Frage, da "sind wir einander näher, als wir glauben", so der emeritierte Abt. "Wir werden uns mit den Juden und mit Moslems über Glaubensfragen nicht einigen können", aber bei sozialen Themen gebe es Ansatzpunkte für Kooperation.
Für "wegweisend" hält der Zisterzienser in dieser Hinsicht das Ökumenische Sozialwort, das vor zehn Jahren alle 14 im österreichischen Ökumenischen Rat (ÖRKÖ) vertretenen Kirchen gemeinsam vorlegten.
Der Vortrag des Altabtes fand im Rahmen der im Herbst 2012 gegründeten "AMG-Akademie" der Katholischen Männerbewegung im Vikariat Süd der Erzdiözese Wien statt. AMG steht für "Aktuelles-Männer-Glaube" und Angebote der Fort- und Weiterbildung für religiös interessierte Männer. (Info: www.amg-akademie.at)