
Kardinal Schönborn reist nach Südamerika
Kardinal Christoph Schönborn fährt von 20. Juli bis 10. August nach Südamerika. Von 21. bis 29. Juli nimmt er in Rio de Janeiro am Weltjugendtag (WJT) teil, der mit einem Papstbesuch verbunden ist. Der Wiener Erzbischof kommt in Rio am Dienstag, 23. Juli, 14 Uhr (19 Uhr Wiener Zeit) zu einem Österreichertreffen in einer Pfarre an der Copacabana; insgesamt reisen 550 österreichische Jugendliche zum WJT (eigentlich "Jornada Mundial da Juventude"). Am 24., 25. und 26. Juli hält Kardinal Schönborn Katechesen in Pfarren von Rio de Janeiro. An den Abenden von 25., 26. und 27. Juli finden die Großevents mit Papst Franziskus statt, an den alle ausländischen Kardinäle und Bischöfe teilnehmen. Den Abschluss des WJT bildet die Papstmesse am 28. Juli, bei der der Wiener Erzbischof konzelebriert.
Von 30. Juli bis 6. August besucht Kardinal Schönborn kirchliche Einrichtungen in Argentinien und Chile, u.a. die Ordenshäuser der "Schwestern vom Lamm", für die er auf weltkirchlicher Ebene zuständig ist. Von 7. bis 9. August nimmt der Wiener Erzbischof in Bogota an der Planungskonferenz für den "World Apostolic Congress on Mercy" (WACOM) teil. Der WACOM ist für 15. bis 19. August in der kolumbianischen Hauptstadt anberaumt.
Gegenüber "Kathpress" sprach Kardinal Schönborn von "gemischten Gefühlen", mit denen er die Reise antrete. Für Europäer sei Lateinamerika eine "große Herausforderung". Er werde einer Kirche begegnen, "die unter so ganz anderen Bedingungen lebt wie bei uns", so der Kardinal, der u.a. auf die von Papst Franziskus propagierte Hinwendung zu den Armen anspielte. Dass ein Papst aus Lateinamerika die Leitung des Weltjugendtages inne hat, mache dieses Ereignis nochmals "ganz besonders spannend". Er hoffe, so Schönborn, auf viele wertvolle Impulse.
Barmherzigkeit und Gerechtigkeit
Der III. WACOM-Kongress in Bogota will ebenso wie die vorangegangen Großevents in Rom (2008) und Krakau (2011) das Thema "Barmherzigkeit" von seinen verschiedensten Seiten - katholisch, ökumenisch, aber auch interreligiös - beleuchten. Schönborn hatte dazu in seinem Krakauer Vortrag u.a. betont, dass Barmherzigkeit und Gerechtigkeit nie auseinanderdividiert werden dürften. Wo dies geschehe, dort halbiere man auch die biblische Botschaft.
"Eine Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit wäre hartherzig, und eine Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit wäre letztlich blind für die gesellschaftlichen Realitäten. Diese Klarstellung ist notwendig, damit Barmherzigkeit nicht als Ausdruck einer 'Privatfrömmigkeit' missverstanden wird, sondern ihre gesellschaftliche Sprengkraft behält", hatte der Kardinal klargestellt.
Quelle: Kathpress