
Kräutler: Papst wird sich dezidiert zu Armen äußern
Weil Papst Franziskus die Situation in Südamerika und die der indigenen Völker kennt, wird er sich dezidiert zu den Armen und Ausgegrenzten äußern. Davon zeigte sich der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler im Interview mit der Wiener Zeitung (20. Juli) überzeugt. Der Papst haben "eine klare Linie" wenn es um die materiell Armen und um jene ausgeschlossenen geht, "die man heute zynisch als überflüssig oder sogar als Abfall oder Wegwerf-Menschen betrachtet", so der Bischof von Xingu im Amazonasgebiet. Papst Franziskus bricht am Montag zu seiner erste Auslandsreise Brasilien auf. Er wird dort bis 29. Juli am Weltjugendtag in Rio de Janeiro teilnehmen.
Für den Bischof der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens wird der Weltjugendtag auch eine Gelegenheit sein, die Lage der indigenen Völker kennen zu lernen. Indigene werden selbst daran teilnehmen und es werde auch Veranstaltungen über die Situation in Amazonien im Programm geben.
Einmal mehr wandte sich Bischof Kräutler gegen das Belo-Monte-Kraftwerksprojekt: Dieses werde "ohne Rücksicht auf Verluste und gegen die Menschen einfach durchgezogen". Menschen seien zu Objekten degradiert und sollen einfach aus ihrer Heimat vertrieben werden, kritisierte der Träger des alternativen Nobelpreises, der von einem "Prestigeprojekt der Regierung" sprach. Diese habe schon so viel dafür investiert, weshalb es kaum zu stoppen sein werde.
Überrascht und solidarisch zeigte sich Kräutler von den sozialen Protesten, die ein "Novum für Brasilien" sind. Eine Fußballweltmeisterschaft brauche das Land "absolut nicht". Die Investitionen dafür seien ein "Wahnsinn". Es gebe wichtigeres, angesichts von Schulen, "wo die Kinder auf dem Boden liegen, wie kleine Krokodile".
Quelle: Kathpress