
Ereignisse rund um Servitenkloster "machen stutzig"
Wenn man sich die Ereignisse rund um das Servitenkloster ansieht, aus dem jüngst acht Flüchtlinge in ihre Heimat Pakistan abgeschoben wurden, "muss man stutzig werden". Darauf hat der Geschäftsführer der Caritas Wien, Klaus Schwertner, in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" hingewiesen. Es sei eine tägliche Meldepflicht über 20 Betroffene verhängt worden, zwei Tage später sei die Asylstatistik des Innenministeriums präsentiert worden, "und kurz danach erhalte ich einen Anruf von der Polizei, wonach acht der 20 Flüchtlinge festgenommen wurden und unmittelbar Abschiebungen bevorstehen". Kurz bevor auch noch der Schlepperbericht präsentiert werden solle, sei dann begleitet von großer Medienaufregung von diesbezüglichen Vorwürfen gegen drei Bewohner des Servitenklosters die Rede.
"Da muss sich jeder selbst ein Bild machen, ob es sich um eine bloße Verkettung von Zufällen handelt", sagte Schwertner. Er sei "gespannt, wie viel von den Vorwürfen übrig bleiben wird". Der Caritas-Geschäftsführer wiederholte auch seinen Vorwurf, von Vertretern des Innenministeriums und der Polizei "angelogen" worden zu sein. Es habe kurz vor deren Durchführung geheißen, dass keine Abschiebung unmittelbar bevorsteht.
"Politik auf Rücken der Schwächsten"
Laut Schwertner hat sich die Stimmungsmache gegen Flüchtlinge im laufenden Wahlkampf verstärkt. 2012 habe es drei Abschiebungen nach Pakistan gegeben, im ersten Halbjahr 2013 16. Wenige Wochen vor der Nationalratswahl wurden nun acht weitere Personen abgeschoben - alle aus dem Servitenkloster. "Politik wird vor allem in Wahlkampfzeiten auf dem Rücken der Schwächsten gemacht", bedauerte Schwertner, "erst mit der Missbrauchsdebatte um die Mindestsicherung, jetzt mit schutzsuchenden Menschen". Er ortete "so etwas wie einen Generalverdacht gegen Flüchtlinge. Wenn sie ihre Geschichten erzählen, wird automatisch geglaubt, dass die Aussagen nicht stimmen."
Fest steht für den Caritas-Vertreter, "dass nicht jeder, der Asyl beantragt, Asyl erhalten wird". Das habe die Caritas ebenso immer wieder betont wie, dass Abschiebungen als Ultima Ratio weiter stattfinden würden. "Wichtig ist aber, dass niemand in den Tod abgeschoben wird", sagte Schwertner.
Quelle: Kathpress