
Glaube ist Geschenk zum Weitergeben
Der Glaube ist ein Geschenk, das man nicht für sich behalten kann, sondern das weitergegeben werden muss. Mit dieser Feststellung beginnt Papst Franziskus seine Botschaft zum diesjährigen Weltmissionssonntag im Oktober, die der Heilige Stuhl am Dienstag vorgestellt hat. Wer die Frohbotschaft für sich selbst behalten wolle, werde ein steriler und kranker Christ, so der Papst in einer Zusammenfassung von Radio Vatikan. Verkündigung sei ein integraler Bestandteil des Christseins. Es gehe dabei nicht nur darum, georgrafische und kulturelle Grenzen zu überwinden. Die Ausbreitung des Glaubens müsse auch die Grenzen im Herzen überschreiten, betonte der Papst.
Dem Vorurteil, Verkündigung sei ein Angriff auf die Freiheit, begegnete der Papst mit einem Gedanken aus der Enzyklika "Evangelii Nuntiandi" von Papst Paul VI.: In Klarheit und Respekt vor der Meinung der anderen die Wahrheit zu verkünden, sei im Gegenteil ein Tribut an die Freiheit, hieße es dort. Verkündigung sei außerdem immer ein Gemeinschaftshandeln, ein kirchliches Tun, betonte der Papst weiter. Nicht die persönliche Inspiration, sondern der Auftrag an die Gemeinschaft trage die Glaubensweitergabe.
In seiner Botschaft ging der Papst auch auf die Bedingungen ein, die die moderne Welt an die Verkündigung stelle: Mobilität und neue Kommunikationsmittel hätten die Geschlossenheit ganzer Erdteile aufgebrochen. Dass Menschen permanent in einer Gemeinde oder Gemeinschaft lebten, sei längst nicht mehr der Normalfall. Unter anderem führe das auch dazu, dass in bislang christlich geprägten Kulturen und Regionen Lebensstile Eingang fänden, die vom Glauben weg führten; deswegen brauche die Kirche hier eine neue Evangelisierung, so Franziskus.
Der Papst unterstrich die Bedeutung der Kirche bei der Glaubensweitergabe: Diese sei "keine Hilfsorganisation, kein Unternehmen und keine NGO, sondern eine Gemeinschaft, belebt vom Heiligen Geist".
Abschließend lobt der Papst in seiner Botschaft einzelne Initiativen und Entwicklungen, ohne diejenigen zu vegessen, denen es unmöglich ist, ihren Glauben offen und frei zu bekennen und damit zu verkünden.
Der Weltmissionssonntag wird seit 1926 gefeiert und fällt in diesem Jahr auf den 20. Oktober.