
Servitenkloster: "Schaden ist angerichtet"
Ihr Aufruf gegen Vorverurteilungen sei "ein erster Schritt zurück zu einer Versachlichung der Debatte". Das unterstütze er, so Landau.Zugleich betonte er: "Der Schaden ist angerichtet." An seiner Kritik, wonach seitens des Innenministeriums des des Bundeskriminalamtes - "das muss man nach Bekanntwerden des Gerichtsaktes nüchtern feststellen" - "auf dem Rücken der Flüchtlinge Wahlkampf" gemacht worde sei, hält der Caritasdirektor fest. Teile der Flüchtlingsbewegung des Servitenklosters seien kriminalisiert und vorverurteilt worden. Letztlich wurden nach der Einschätzung Landaus alle Flüchtlinge in ganz Österreich "schuldlos in ein schlechtes Licht gerückt". Für das Klima in Österreich sei das "kein Segen". Die Sorge der Caritas um die Menschen in Not bleibe jedenfalls aufrecht.
Unverständlich ist für Landau, warum "Innenministerium und Bundeskriminalamt sieben Tage verstreichen lassen", um die medial vermittelte Bezugnahme der Schlepperei-Vorwürfe auf Flüchtlinge aus dem Servitenkloster richtigzustellen: "Warum sah man eine Woche lang zu, wie hier Menschen pauschal vorverurteilt und kriminalisiert wurden?", so Landau. Er mahnte die Politik zur "Abrüstung der Worte".
Im Sinne der Rechtsstaatlichkeit habe die Caritas von Anfang an betont, dass die Vorwürfe von unabhängigen Gerichten umgehend zu prüfen seien. Gerade in Achtung vor dem Rechtsstaat mache die Caritas auf Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit aufmerksam. Die Abschiebung in Länder wie Afghanistan oder Pakistan, die für die eigene Bevölkerung als zu gefährlich erachtet werden, sei problematisch. "Der Wert eines Menschen darf nicht von seiner Staatsbürgerschaft abhängen", betonte Landau.
Quelle: Kathpress