
Schiffsprozessionen zu Mariä Himmelfahrt
Tausende Gläubige aus Österreich und dem Ausland werden am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, zu den traditionellen Schiffsprozessionen auf dem Wörthersee und auf dem Bodensee erwartet. Bei der vom Kärntner Bischof Alois Schwarz geleiteten Schiffswallfahrt auf dem Wörthersee wird heuer Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, die Predigt halten. Ab 19.15 Uhr können die Schiffe "Kärnten", "Klagenfurt" und "Velden" in Klagenfurt bestiegen werden, als Haltestellen sind Krumpendorf (20.10 Uhr), Pörtschach (21 Uhr), Velden (21.55 Uhr) und Maria Wörth (22.55 Uhr) vorgesehen.
Bei den verschiedenen Anlegestellen wird auch in diesem Jahr ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten. So werden in Pörtschach zum Empfang der Prozession 1.000 Lichter auf dem See ausgelegt und aus den Fenstern des Parkhotels wird ein Lichterkreuz erstrahlen. In Maria Wörth erfolgt mit der Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter durch Bischof Schwarz der Höhepunkt der Schiffsprozession.
Die Tradition der Schiffsprozession auf dem Wörthersee reicht zurück bis in das Jahr 1954. Damals kam aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima eine Marienstatue für die Pfarrkirche St. Josef-Siebenhügel nach Klagenfurt. Um die Statue festlich in die Stadt zu geleiten, kam man auf die Idee, sie per Schiff von Velden zum Klagenfurter Ufer zu bringen. Im Laufe der Jahre haben sich die größeren Orte rund um den See an dieser Prozession beteiligt.
Dreiländer-Wallfahrt auf dem Bodensee
Im "Dreiländereck" auf dem Bodensee beten am Hochfest Mariä Himmelfahrt rund 4.000 Pilgernde für ein friedliches Miteinander in Europa. Traditionell treffen sich zum Marienfest die Prozessionsschiffe aus Rohrschach, Lindau und Bregenz, um für die Idee des vereinten Europas und seine christliche Wurzeln ein sichtbares Zeichen zu setzen, heißt es in einer Ankündigung. Die Prozession wird heuer bereits zum 32. Mal durchgeführt und beginnt mit einem Gottesdienst in Rohrschach. Die Feier endet mit der Weihe Europas an das Unbefleckte Herz Mariens, dem Eucharistischen Segen über die Länder Europas durch Abt Paulus Weigele von der deutschen Benediktinerabtei Ottobeuren und einem Feuerwerk.
Mariä Himmelfahrt in den Diözesen
Die Augustiner Chorherrn des Stiftes Vorau laden am 15. August zu ihrem 850-jährigen Bestehen. Den Festgottesdienst wird der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser halten, zum anschließendem Festakt hat sich Bundespräsident Heinz Fischer angekündigt.
Im Mariazell beginnen die Feierlichkeiten zu Mariä Himmelfahrt am Mittwochabend um 20 Uhr mit einer Lichterprozession, der auch der Prager Erzbischof, Kardinal Dominik Duka, und der Grazer Bischof Egon Kapellari beiwohnen werden. Am Tag darauf wird Kardinal Duka den traditionellen Festgottesdienst in der Basilika leiten. Traditionell werden auch heuer wieder an Mariä Himmelfahrt in vielen Pfarrgemeinden Österreichs Kräuter gesegnet.
Geschichte und Brauchtum
Das Fest Mariä Himmelfahrt hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es bereits in der Spätantike, im Jahr 431, eingeführt wurde. Die orthodoxen Kirchen begehen das Fest am 28. August. In der lateinischen Kirche wird die in der Bibel nicht beschriebene leibliche Aufnahme ("Assumptio") Mariens in den Himmel seit dem 7. Jahrhundert gefeiert. Theologische Schriften bestätigen, dass Heilige wie Gregor von Tours, Albert der Große, Thomas von Aquin und Bonaventura viel über Marias Himmelfahrt meditiert haben. Papst Pius XII. erhob im Lehrschreiben "Munificentissimus Deus" am 1. November 1950 die leibliche Aufnahme Marias im Himmel zum Dogma.
Um die leibhaftige Aufnahme Mariens in den Himmel ranken sich alte Legenden. Die Apostel sollen das Grab Mariens noch einmal geöffnet haben - statt des Leichnams sollen sie nur noch duftende Rosen vorgefunden haben. Eine andere Legende erzählt, dass dem Grab in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen ist. Diese Legenden könnten der Grund für die Segnung von heilenden Kräutern an diesem Tag sein.
Einerseits soll in diesem 1000 Jahre alten Brauch die lebenspendende Kraft Mariens symbolisiert werden, andererseits ist es wahrscheinlich, dass die jahreszeitlich bedingte Getreidereife und Hochblüte der Natur in Erinnerung brachten, dass Maria traditionell als "Blume des Feldes und Lilie in den Tälern" verehrt wurde. Das Wissen über die Heilkraft der Kräuter wird in manchen Klöstern und Pfarren weitergegeben. Die gesegneten Kräutersäckchen werden in den Pfarren und Klöstern zum Verkauf für einen sozialen Zweck angeboten.
Quelle: Kathpress