
"FPÖ-Wahlplakate sind bewusste Provokation"
Seine Kritik an der aktuellen FPÖ-Plakatkampagne, die mit dem Begriff der Nächstenliebe wirbt, hat der Propst von Stift Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn, bekräftigt. In einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe der "Niederösterreichische Nachrichten" (NÖN) wertet Fürnsinn die Plakate als bewusste Provokation, die schlussendlich aber nur auf einen politischen Argumentationsnotstand aufmerksam mache. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mache es damit vor allem den überzeugten Christen in seiner Partei schwer, so der Herzogenburger Propst, der auch Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs ist. Er hoffe zugleich, "dass die Wähler das nicht durchgehen lassen werden".
Es sei zwar grundsätzlich löblich, aus der Bibel zu zitieren - wenn man das tue, müsse man diese aber verstehen und dürfe die Aussagen nicht bewusst verdrehen, betonte der Propst und unterstellte der FPÖ, bewusst mit den Plakaten provozieren zu wollen. Die Plakate seien, so Fürnsinn, "eine Beleidigung aller, die sich um Nächste in Not im Sinne Jesu bemühen".
Für Fürnsinn ist diese Verengung des Nächstenliebe-Begriffs nicht vereinbar mit der eigentlichen Aussage des biblischen Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter, in dem Jesus alle Menschen, die gerade in Not sind, als "Nächste" bezeichnet. Das Verständnis von Jesus der Nächstenliebe gehe vielmehr über religiöse oder nationale Grenzen hinaus.
Quelle: Kathpress