
"Nachbar in Not" für Syrien-Flüchtlinge gestartet
Angesichts der immer größer werdenden Flüchtlingsströme aus Syrien hat die von der Caritas, dem ORF und dem Roten Kreuz ins Leben gerufene Spendenaktion "Nachbar in Not" am Mittwoch einen Aufruf gestartet. Fast sieben Millionen Menschen innerhalb und außerhalb Syriens - die meisten davon Frauen und Kinder - seien mittlerweile von den Bürgerkriegswirren in dem arabischen Land betroffen und auf Hilfe angewiesen. Während der Fokus der Medien auf möglicherweise bevorstehende US-Militärschlägen liege, rücke die Situation der syrischen Flüchtlinge in den Hintergrund, betonten die Koordinatoren im Ö1-Morgenjournal.
Bereits im Mai hatte der Zusammenschluss der Hilfsorganisationen zu einer Spendenaktion aufgerufen und bisher 1,9 Millionen Euro gesammelt. Hilfe sei aber nach wie vor dringend nötig: "Die Menschen, die flüchten mussten, haben größtenteils alles verloren. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder, die nun - oft schwer traumatisiert - auf unsere Unterstützung angewiesen sind", betonte Christoph Schweifer, Caritas-Generalsekretär für Internationale Angelegenheiten und "Nachbar in Not"-Vorstand, auf der Website der Aktion.
Die bisher gesammelten 1,9 Millionen wurden bereits von den "Nachbar in Not"-Mitgliedsorganisationen - Care, Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe - in konkreten Hilfsmaßnahmen und Projekten für die Bedürftigen umgewandelt. Hauptziel sei es, die Grundversorgung der Flüchtlinge aufrechtzuerhalten.
Die Caritas unterstützt syrische Flüchtlinge im Libanon mit Lebensmittel- und Hygienepaketen. Ein Lebensmittelpaket sei darauf ausgelegt, eine Familie über einen Monat hinweg zu ernähren und koste 60 Euro.
In den Hygienepaketen, die pro Stück 25 Euro kosten, seien unter anderem Zahnbürsten, Seife und Papierhandtücher. Neben den Paketen erhalten die Flüchtlingsfamilien auch Matratzen, Decken, Handtücher, Kleidung und Schuhe.
Zwei Drittel der Flüchtlinge seien Kinder und Frauen - viele von ihnen schwer traumatisiert. Um diesem Problem besser begegnen zu können, finanziert die Caritas Beratungen und Schulungen für insgesamt 60 Mitarbeiter des "Caritas Lebanon Migration Center" im Bereich Kinderschutz.
Aber auch andere Hilfsorganisationen unterstützen die Flüchtlinge: Die Diakonie etwa hilft gefährdeten Familien, die in jordanischen Gastfamilien untergekommen sind, mit Gegenständen des täglichen Bedarfs, während das Hilfswerk Austria Gutscheine an Flüchtlingsfamilien im Libanon verteilt. Die internationale Hilfsorganisation der Malteser unterstützen eine Klinik im Nordlibanon sowie die medizinische Versorgung von Flüchtlingen außerhalb der großen Camps.
Das Rote Kreuz hat über die Rothalbmondbewegung Zugang zu fast allen Betroffenen des Konflikts und unterstützt allein in Syrien 15.000 Familien mit Nahrungsmittel- und Hygienepaketen. Die Volkshilfe unterstützt mehr als 1.000 Flüchtlingsfamilien in der Bekaa-Ebene sowie Familien, die Flüchtlinge aufnehmen mit Mitteln aus "Nachbar in Not".
Infos: http://nachbarinnot.ORF.at
Quelle: Kathpress