
Entwicklungshilfe: Katholische Hilfswerke mit Rekordergebnis
Katholische Hilfswerke erzielten im Jahr 2012 mit 113 Millionen Euro für 3.822 unterstützte Projekte in 137 Ländern ein neues Rekordergebnis in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Das geht aus dem Jahresbericht der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) hervor. "Die Hilfe der katholischen Organisationen erreicht die Basis und ist für viele überlebensnotwendig", so der KOO-Vorsitzende und Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz in einer Aussendung am Donnerstag.
Die Entwicklungszusammenarbeit katholischer Organisationen konzentriere sich vor allem auf die Beseitigung konkreter Not, den Einsatz für soziale Gerechtigkeit, die Bekämpfung der Ursachen für Armut und Ungleichheit, auf Menschenrechte und die Verkündigung des Evangeliums. Durch die Verankerung vor Ort und die Zusammenarbeit mit Partnern mit Langzeitpräsenz, etwa der Ordensgemeinschaften, könne Hilfe effektiv und effizient gestaltet werden.
Kritik an Rückgang staatlicher EZA-Gelder
Der Geschäftsführer der Koordinierungsstelle, Heinz Hödl, kritisierte den erneuten Rückgang öffentlicher Mittel in der EZA. Diese seien von 11,7 Millionen auf 10,6 Millionen Euro gesunken. Die KOO fordert die Erhöhung der öffentlichen Mittel auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Die wahlwerbenden Parteien sollten das Thema Entwicklungspolitik konkret ansprechen und sich für eine Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit im nächsten Regierungsprogramm einsetzen, so Hödl.
Das operative Budget der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit müsse kontinuierlich erhöht werden, nämlich im Jahr 2014 auf 100 Millionen Euro für die EZA und 5 Millionen Euro für die Katastrophenhilfe und bis 2017 auf 220 Millionen Euro an EZA-Mitteln und 22 Millionen Euro im Auslandskatastrophenfonds. "Die Regierung muss im Herbst ein umfassendes Maßnahmenpaket vorlegen, wie diese Ziele erreicht werde sollen. Sie sind das den Wählern und besonders auch den Armen in der Welt schuldig", so KOO-Geschäftsführer Hödl.
Quelle: Kathpress