
"Kostenlose Verhütungsmittel allein sind zu wenig"
Die Generalsekretärin der "Aktion Leben", Martina Kronthaler, hat sich kritisch zur Forderung nach Verhütungsmitteln auf Krankenschein geäußert: "Eine kostenlose Verhütung im Rahmen einer Verhütungsberatung kann sinnvoll sein, darf aber nicht die einzige Maßnahme gegen ungeplante Schwangerschaften bleiben", kommentierte sie den Vorstoß eines parteiübergreifenden Jugendbündnisses anlässlich des "Weltverhütungstages" am Donnerstag. Jugendliche bräuchten auch sexualpädagogische Workshops, die den nötigen Raum für individuelle Fragen bieten.
Kronthaler sehe zwar einen gewissen Nutzen darin, Verhütungsmittel etwa im Rahmen einer Beratung durch Familienberatungsstellen gratis zur Verfügung zu stellen, warnte gleichzeitig aber davor, zu viel von dieser Maßnahme zu erwarten. Die vielen Anwendungsfehler würden zeigen, dass Verhütung nicht nur eine Frage des Geldes sein. Vor allem Jugendliche würden ihr Wissen über Verhütungsmittel überschätzen. "Die Pille, falsch genommen, schützt ebenso wenig vor einer ungeplanten Schwangerschaft wie ein Kondom, das monatelang in der Geldbörse gelagert wurde", gab Kronthaler zu bedenken.
Am meisten würden Jugendliche deshalb von sexualpädagogischen Workshops profitieren, in denen sich sich mit ihren Gefühlen und ihren Fragen auseinandersetzen und daran reifen können, ist Kronthaler überzeugt. "Ich wünsche mir, dass jedes Mädchen und jeder Bursch über ihre bzw. seine Gefühle reden kann und sich selbst und andere wertschätzt. Das ist für mich die beste Voraussetzung dafür, Sexualität und Verhütung verantwortungsbewusst zu gestalten."
Quelle: Kathpress