
Orden fordern neue Flüchtlingspolitik
Die Katholischen Orden Österreichs rufen zur Unterzeichnung der Online-Petition der Initiative "Gegen Unmenschlichkeit" (www.gegen-unmenschlichkeit.at) auf, die noch bis zum 15. Oktober läuft und von der künftigen Bundesregierung einen Kurswechsel in der Asylpolitik fordert. In einer Aussendung vom Donnerstag stellen sich die Orden hinter deren Anliegen einer menschlicheren Flüchtlings-, Migrations- und Entwicklungspolitik in Europa und fordern von Österreich, hier mit gutem Beispiel voranzugehen.
"Menschen, die an den Rand gedrängt werden, sind uns Ordensfrauen immer ein besonderes Anliegen", erklärte Schwester Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs. Es sei Teil des Auftrags aus dem Evangelium, wachsam für die Bedürfnisse dieser Menschen zu sein. Dass die Situation der Flüchtlinge in Österreich verbessert werden muss, sei den Orden aus ihrer eigenen konkreten Arbeit bewusst.
Er erlebe immer wieder "engagierte und integrationswillige Flüchtlinge und Asylwerber", so Pater Erhard Rauch, Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs. Die oft jahrelange latente Bedrohung durch Abschiebung sei es diesen Menschen nicht möglich, sich zu entfalten und ihre persönlichen und beruflichen Kompetenzen einzubringen. Rauch: "Da muss etwas geändert werden."
Eine der Trägerorganisationen von "Gegen Unmenschlichkeit" ist das Don Bosco Flüchtlingswerk, das einen Arbeitsschwerpunkt bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen hat. Kinder und Jugendliche bräuchten Schutz, "egal woher sie kommen und woran sie glauben", hob Schwester Maria Maxwald, Provinzialin der Don Bosco Schwestern, als eine "Grundüberzeugung" ihrer Ordensgemeinschaft hervor.
Der Mediensprecher der Ordensgemeinschaften Österreich, Ferdinand Kaineder, bezeichnete viele Geschehnisse rund um Asylsuchende als "himmelschreiend": "Als Theologe weiß und glaube ich, dass mich aus diesen Gesichtern Gott selbst anschaut. Da kann und will ich nicht wegschauen." Kaineder gehört ebenso wie Mayrhofer, Rauch und Maxwald dem Personenkomitee der Initiative an.
Quelle: Kathpress