
Limburger Bischof trifft Montag den Papst
In die Debatte um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kommt Bewegung. Wie der Sprecher der Diözese am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte, wird Papst Franziskus den Bischof am Montag in Audienz empfangen.
Ebenfalls trifft Franziskus am Montag den Kölner Kardinal Joachim Meisner, zu dessen Kirchenprovinz die Diözese Limburg gehört. Die Erzdiözese Köln bestätigte der KNA entsprechende Medienberichte. Allerdings sei diese erste Privataudienz Meisners beim Papst "schon vor Monaten vereinbart" worden. Der Kardinal begibt sich mit mehr als 2.200 Ministranten aus der Erzdiözese auf eine Wallfahrt nach Rom.
Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat sich außerdem der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Kurienerzbischof Georg Gänswein, am Sonntagmittag mit Tebartz-van Elst getroffen. Kurz nach 11 Uhr sei Gänswein vor dem deutschen Priester-Kolleg "Santa Maria dell'Anima" vorgefahren, wo sich der Bischof zurzeit aufhalte, berichtete die Zeitung und veröffentlichte dazu auch zwei Fotos auf ihrer Internetseite. Eine halbe Stunde später sei Gänswein wieder gefahren - ohne den Aktenstapel, den er dabei gehabt habe.
Die Deutsche Bischofskonferenz bezeichnete unterdessen einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) über das vertrauliche Gespräch zwischen Papst Franziskus und Erzbischof Robert Zollitsch vom vergangenen Donnerstag als "reine Spekulation". Es "entbehrt jeder Grundlage", sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, der KNA, dass der Papst entsetzt reagiert habe, als ihn der deutschen Vorsitzende der Bischofskonferenz darüber informiert habe, dass die Baukosten in Limburg auf bis zu 40 Millionen Euro steigen könnten.
In dem Artikel berichtet die FAS weiter unter Berufung auf Informationen aus "Kirchenkreisen", Tebartz-van Elst sei bisher nicht bereit, sein Amt freiwillig aufzugeben. Stattdessen setze er darauf, dass genauere Überprüfungen ergeben würden, dass er nicht alleine verantwortlich sei für die gestiegenen Baukosten für das neue Diözesanzentrum und bischöfliche Haus.
Limburg: Distanz zum Bischof wächst
Am Wochenende gingen führende Vertreter der Diözese Limburg öffentlich auf Distanz zu ihrem Bischof. Domdekan Günther Geis, der Vorsitzende des Domkapitels, sagte der diözesanen Kirchenzeitung "Der Sonntag", die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sei "bei Null". Es müsse "einen Neuanfang mit einem neuen Bischof geben". Auch der Sprecher des Limburger Priesterrats, Pfarrer Reinhold Kalteier, und die Präsidentin der Diözesanversammlung, Ingeborg Schillai, können es sich "nicht" oder nur "sehr schwer" vorstellen, dass der Bischof im Amt bleibt.
Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen erwartet, dass Tebartz-van Elst selbst die Initiative ergreift. "Ich bin sicher, dass er selbst das Seine tun will, um der Kirche weiteren Schaden zu ersparen", sagte Thissen dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Auch der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erklärte, er hoffe auf eine schnelle Klärung und konstruktive Wege aus der Krise in Limburg.
Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet warnte in Berlin vor einer leichtfertigen Beurteilung der Vorfälle, auch wenn die Debatte dem Ansehen der Kirche schade: "Als Politiker sind wir keinen Deut besser, wenn ich auf die Elbphilharmonie oder den Berliner Flughafen sehe."
Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/58095.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.