
Mehr Optimismus in der Kirche
Optimismus in der Kirche trotz aller Probleme hat der Grazer Bischof Egon Kapellari eingefordert. Das Wort "Krise" werde heute generaldiagnostisch auf die Kirche angewendet und sei dabei eher negativ gemeint, zur Beschreibung der Situation aber nicht ausreichend, so Kapellari: "Es gibt Abbrüche, die wir nicht wegreden dürfen. Es gibt Umbrüche, die wir nicht schönreden dürfen. Aber es gibt auch neue Aufbrüche, die wir nicht übersehen dürfen, auch wenn sie nicht so zahlreich sind wie die wehtuenden Abbrüche." Auch heute wachse in der Kirche Neues. Es sei feilich "verborgen und leise". Und es brauche Geduld, "bis die Saat allgemein sichtbar Frucht getragen hat".
Kapellari äußerte sich im Rahmen der Herbsttagung der steirischen Frauenorden am vergangenen Wochenende. Die Tagung bei den Schulschwestern in Graz-Eggenberg stand unter dem Motto "Transformation - Krise und Chance". Der steirische Bischof feierte dabei mit den Ordensfrauen einen Gottesdienst. In seiner Predigt wies er darauf hin, dass der gegenwärtige gesellschaftliche und kirchliche Wandel auch die Orden erfasst habe.
In Gefahr seien die kontemplativen Orden laut Kapellari heute, "durch Mangel an Berufungen ihre alternativen Biotope aufgeben zu müssen. Und die aktiven Orden stehen wegen der geringen Zahl an neuen Berufungen vor großen Herausforderungen zur Transformation."
Das Versprechen Jesu an die Jünger, dass ihnen der Heilige Geist als langer Atem auch in einer Zeit der Krise nicht ausgehen wird, gelte aber auch heute, für die Kirche im Gesamten wie die Ordensgemeinschaften im Besondern, betonte der Bischof.
Quelle: Kathpress