
Papst : Erziehung gegen Rassismus
Die Überwindung von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit hängt nach Ansicht von Papst Franziskus vor allem von der Erziehung und Bildung Jugendlicher ab. Diese dürften sich nicht nur auf die Vermittlung von Wissen konzentrieren, sondern müssten immer auch eine "Kultur der Begegnung und des Respekts" vor anderen Überzeugungen, Kulturen und Ethnien stärken, sagte Franziskus bei einer Audienz für eine Delegation des Simon Wiesenthal Centers am Donnerstag im Vatikan. Im Kampf gegen den Antisemitismus könne die jüdische Organisation auf die Hilfe der katholischen Kirche zählen. Es gelte "Mauern niederzureißen und Brücken zu bauen zwischen unseren Kulturen und Glaubenstraditionen".
"Wo immer irgendeine Minderheit wegen ihrer religiösen oder ethnischen Überzeugungen verfolgt und ausgegrenzt wird, ist das Wohl der gesamten Gesellschaft in Gefahr, und wir alle müssen uns betroffen fühlen", mahnte der Papst. Dabei denke er vor allem auch an die schwere Lage vieler Christen, die in etlichen Ländern Verfolgung und Diskriminierung erlitten. "Vereinen wir unsere Kräfte, um eine Kultur der Begegnung, des Respekts, des Verstehens und des gegenseitigen Verzeihens zu fördern", regte Franziskus an.
Der Papst würdigte die Fortschritte, die im Dialog zwischen katholischer Kirche und Judentum in den vergangenen Jahrzehnten erreicht worden seien. Viele Schwierigkeiten seien überwunden worden. Er dankte den Vertretern des Simon Wiesenthal Centers, deren Einladung in den Vatikan bereits auf seinen Vorgänger Benedikt XVI. zurückgehe.
Das 1977 gegründete und nach dem Holocaust-Überlebenden Simon Wiesenthal benannte Zentrum widmet sich im Dialog mit Regierungen und gesellschaftlichen Gruppen der Erinnerung an den NS-Völkermord und der Arbeit für Toleranz. Der Hauptsitz des Zentrums ist in Los Angeles.