
Dreiervorschlag für Bischofswahl eingetroffen
Das Salzburger Domkapitel hat den vatikanischen Dreiervorschlag für die Wahl des neuen Erzbischofs von Salzburg erhalten. Unmittelbar nach dem Festgottesdienst der Österreichischen Bischofskonferenz am Dienstagabend in der Benediktinerabtei Michaelbeuern überreichte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Stephan Zurbriggen, das versiegelte Kuvert mit den Namen von drei Kandidaten für den Salzburger Bischofssitz dem Dekan des Salzburger Domkapitels, Hans Walter Vavrovsky, im Beisein der Domkapitulare. Der Apostolische Administrator der Erzdiözese, Alois Kothgasser, gab dies beim anschließenden Empfang vor den Mitgliedern der Bischofskonferenz und des Salzburger Domkapitels sowie zahlreichen Repräsentanten aus Kirche, Politik und Gesellschaft bekannt.
Während der Papst in Österreich freie Hand bei der Bestellung von Bischöfen hat, liegt in der Erzdiözese Salzburg kirchenrechtlich eine Sonderfall vor: Das Salzburger Domkapitel, das aus zwölf Priestern besteht, hat das Recht, aus einem von Rom vorgelegten Dreiervorschlag den künftigen Erzbischof in geheimer Abstimmung zu wählen. Der Papst muss die Wahl dann noch bestätigen.
Domdechant Hans Walter Vavrovsky steht dem Domkapitel vor und wird in dieser Funktion auch die Wahl des neuen Salzburger Erzbischofs leiten. Nach der nun erfolgten Überreichung des vatikanischen Vorschlags, hat das Domkapitel maximal 90 Tage Zeit, um den Erzbischof zu wählen.
Der Übergabe der vatikanischen Terna war am Montag die Annahme des Rücktritts von Erzbischof Kothgasser durch Papst Franziskus vorausgegangen. Gleichzeitig wurde Kothgasser vom Papst zum Apostolischen Administrator der Erzdiözese Salzburg ernannt. Bis zum Amtsantritt des neuen Erzbischofs steht Kothgasser der Erzdiözese somit als Administrator mit voller Leitungsbefugnis weiterhin vor.
Im Gespräch mit "Kathpress" wollte der Salzburger Domdechant Hans Walter Vavrovsky keine weiteren Auskünfte hinsichtlich der bevorstehenden Wahl des neuen Erzbischofs geben. Sowohl der Termin der Wahl wie auch die Wahl selbst würden strengster Geheimhaltung unterliegen. Man werde sich aber jedenfalls um eine rasche Wahl bemühen, so Vavrovsky, der die Wahl leiten wird.