
Papst: Christ soll "Sakrament der Liebe" sein
Papst Franziskus hat die Katholiken zu einem regelmäßigen Kommunionempfang aufgerufen. Die Eucharistiefeier und die sechs weiteren Sakramente seien nicht einfach nur Riten, sondern eine Begegnung mit dem "lebendigen Christus", sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz vor 50.000 Menschen auf dem Petersplatz. Die Gnade der Sakramente sei die Nahrung, aus der ein starker und freudiger Glaube aufgebaut werde, "ein Glaube, der über die Wunder Gottes staunt und der sich den Idolen der Welt widersetzt". Deshalb sei es gut, dass Kinder bald nach der Geburt getauft würden, und es bringe Früchte, wenn die Beichte häufig erfolge.
Durch die Sakramente könnten die Menschen das Heil, das Christus schenkt, "sehen, berühren, ihm begegnen und es aufnehmen". Taufe und Eucharistie verbänden jeden Gläubigen aufs Engste mit Christus und der Gemeinschaft der Gläubigen, so Franziskus. Ohne die wohltätige Liebe allerdings nützten auch die Sakramente nichts. Die Gläubigen selbst seien aufgerufen, zum "Sakrament der Liebe" zu werden.
Der Papst erklärte weiter, dass die Sakramente nicht einfach von der Kirche "gemacht" würden. Umgekehrt gelte ebenso, dass die Kirche durch die Sakramente geschaffen werde.
Zugleich ermahnte der Papst die Kirche dazu, stets offen für neue Anregungen zu sein. Der Heilige Geist habe den Gläubigen eine Vielzahl unterschiedlicher geistlicher Gaben geschenkt. Diese gelte es, in ihrer Unterschiedlichkeit zu respektieren und als "nützliche Anregungen" zu begreifen. Umgekehrt müssten diese Charismen stets zum Wohl der Kirche eingesetzt werden, fordere Franziskus.
Am Ende seiner Ansprache rief der Papst zudem die 50.000 Gläubigen auf dem Petersplatz auch zu einer Schweigeminute und einem Gebet für die Heilung eines schwer kranken Mädchens aufgerufen. Vor der Audienz habe er die anderthalb Jahre alte Noemi und deren Eltern getroffen. "Gestattet mir jetzt, euch zu einem Akt der Liebe aufzurufen. Aber bleibt ruhig. Es wird keine Kollekte geben", fügte er lächelnd hinzu.
Noemi sei getauft und damit "eine von uns". "Bitten wir den Herrn, dass er ihr hilft und ihr die Gesundheit zurückgibt." Nach einem Moment der Stille betete der Papst mit den Teilnehmern der Generalaudienz ein Ave Maria.
Quelle: Kathpress