
Kampagne für die Rechte beeinträchtiger Menschen
Mit einer Online-Diskussionskampagne will die Interessensvertretung sozialer Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderung, IVS Wien, auf die Rechte beeinträchtiger Menschen aufmerksam machen. Hintergrund der Kampagne sei der Umgang mit Menschen mit Behinderung in Österreich, der in einem kürzlich fertiggestellten Staaten-Überprüfungsbericht der Vereinten Nationen "harsch" kritisiert worden sei, heißt es in einer Aussendung (Donnerstag). Ab sofort werden 17 der prekärsten Themen im wöchentlichen Rhythmus auf Facebook beziehungsweise dem IVS Blog gepostet und diskutiert. Interessiert sind eingeladen, sich unter www.ivs-wien.at und www.facebook.com/IVSWien zu beteiligen. Unter den Mitgliedern der IVS findet sich auch die Caritas und die evangelische Diakonie.
Es gebe zwar auch positive Punkte im UN-Prüfbericht - wie etwa für gesetzliche Verankerung der Gebärdensprache sowie die Implementierung des Monitoring-Ausschusses für beeinträchtigte Menschen - die Beschwerdeliste sei mit acht Seiten aber beschämend lang. Insgesamt seien rund 50, teilweise dringende Verbesserungsvorschläge eingebracht worden. Die dringendsten Forderungen betreffen eine Änderung der Sachwalterschaft, den Stopp der Zersplitterung der zuständigen Behörden und Ämter, den Ausbau der Barrierefreiheit, eine spezifische Schulung für Fach- und Pflegepersonal und die Förderung von inklusiver Bildung.
"Wir hoffen, mit dieser Initiative eine lebhafte Diskussion mit allen Betroffenen und Interessierten in Gang zu setzen", betonte IVS-Sprecher Robert Mittermair. Die Kampagne soll "sensibilisieren, wachrütteln und vor allem auch dazu beitragen, dringende und positive Veränderungen zu bewirken". Der erste Blogeintrag wird am 7. November online geschalten.
Die im Mai 2011 gegründete IVS hat sich zum Ziel gesetzt, verbesserte Rahmenbedingungen für die Betreuung von Menschen mit Behinderung zu gestalten und zu entwickeln. Die IVS formiert sich aus 17 Wiener Sozialeinrichtungen. Ziel sei es, aktiv die zukünftige Entwicklung der politischen und gesetzlichen Parameter in Österreich mitzubestimmen und die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung umzusetzen.