
Papst ruft zu vertiefter Solidarität mit Judentum auf
Papst Franziskus hat an die Novemberpogrome in Deutschland vor 75 Jahren erinnert. Die Gewalt der Nationalsozialisten gegen Juden, ihre Synagogen, Wohnungen und Geschäfte am 9. und 10. November 1938 sei ein trauriger Schritt hinein in die Tragödie der Schoah gewesen, sagte Franziskus nach seinem Angelus-Gebet am Sonntag auf dem Petersplatz. "Erneuern wir unsere Nähe und Solidarität mit dem jüdischen Volk und bitten wir Gott, dass die Erinnerung an die Vergangenheit uns hilft, stets wachsam zu sein gegenüber jeder Form von Hass und Intoleranz", fügte Franziskus vor Zehntausenden Menschen hinzu. Nach den von auch als "Reichskristallnacht" bezeichneten Ausschreitungen hatte sich der damalige Papst Pius XI. (1922-1939) internationalen Protesten angeschlossen und die Gewalt verurteilt.
Würdigung der selige Ordensgründerin Bonzel
Der Papst Franziskus würdigte auch die deutsche Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel (1830-1905) als große Glaubenszeugin, die am Sonntag im Paderborner Dom seliggesprochen wird. "Die Eucharistie war die Quelle, aus der sie ihre Kraft schöpfte, um sich mit unermüdlicher Liebe den Schwächsten zu widmen", sagte Franziskus nach dem Angelus-Gebet.
Zu dem Gottesdienst in Paderborn wurde der Präfekt der vatikanischen Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, erwartet. Er wird Bonzel im Auftrag von Papst Franziskus in den Kreis der Seligen aufnehmen, die als vorbildliche Christen in einer Region offiziell verehrt werden.
Bonzel gründete 1863 in Olpe den Orden der Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung. Er widmete sich besonders der Betreuung verwahrloster Kinder. Heute zählt der im Krankendienst tätige Orden nach eigenen Angaben weltweit rund 650 Schwestern.
Telegramm an philippinischen Präsidenten
Papst Franziskus hat in einem Telegramm an den philippinischen Präsidenten seine Trauer um die Opfer der Sturmkatastrophe übermitteln lassen. Der Papst sei tief betroffen über den Verlust an Menschenleben und die Verwüstungen, heißt es in dem von Staatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben an Präsident Benigno Aquino, das der Vatikan am Sonntag veröffentlichte. "Besonders denkt er an diejenigen, die Angehörige und ihre Häuser verloren haben." Außerdem wolle er die Hilfskräfte ermutigen, die den Opfern des Taifuns Haiyan zur Seite stünden. Franziskus bitte Gott um Stärke und Trost für das Land.
Auch nach seinem Angelus-Gebet am Sonntag hatte der Papst an das Leid auf den Philippinen erinnert. "Beten wir für unsere Brüder und Schwestern und versuchen wir, ihnen auch unsere konkrete Hilfe zukommen zu lassen", sagte er. Bereits am Samstag hatte Franziskus auf seinem englischen Twitter-Account zum Gebet für die Philippinen aufgerufen.